die-erfindung

wie und warum ich das Master Pad erfunden habe
 
 

Die erste Erfindermesse - die erste Medaille

Erste Erfindermesse - erste Medaille




Einer der Zettel, wie ich ihn aufgehoben hatte, von meiner alten Arbeitsstelle diente mir zur Demonstration. Zur Demonstration dafür, wie unübersichtlich unter Zeitdruck wichtige Notizen werden könnten, um im Gegensatz dazu meine Weiterentwicklung des modernen Notizmediums auftrumpfen zu lassen. So jedenfalls stellte ich mir das im Geiste vor.

Damals noch in einer recht ungelenken, stümperhaften Anfänger-Präsentation. Powerpoint war noch was "Neues" und davon etwas ausdrucken zu können, schon etwas besonderes. Ich machte Ausdrucke und colorierte sie sogar (mit Wasserfarben!), verstärkte sie mit Kaltlaminatfolie und klebte sie an die Rückwand meines schmalen "Ausstellungstisches". Später fand ich sie allerdings wenig geeignet. (Auf dem Foto im Hintergrund zu sehen)




Noch wärend der Messe "bastelte" ich an einer praktischen Demonstrationsmöglichkeit die wie folgt aussah:

Ein "Haftuntergrund" (die Messerückwand war ausnahmsweise total ungeeignet) der an der Rückwand aufgehängt wurde und aus dem Deckel einer Kecksdose bestand. Dann, um zu zeigen, wie die Schreibfläche im Dunkeln leuchtet, eine Art "Tüte" als Nutzung wie eine Art "Mini-dunkelkammer". Natürlich der abwaschbare Stift und ein Zeigestab (um auf meine Präsentationen im Hintergrund deuten zu können – heutzutage würde man an der Wand eine Monitor mit einem selbsterklärenden Film laufen haben), sowie einige in "Sprechblasen" an der Rückwand angebrachte Schlagworte/Argumente, die man mit dem Auge schnell erfassen können sollte. Mir klar war, dass dem Produkt seine Funktion überhaupt nicht anzusehen war und allein der Anblick erklärungsbedürftig sei.

Andererseits bot genau das die Möglichkeit für verblüffende Überraschungsmomente, wie sich dann dort herausstellte und ich begann diese zu lieben und zu nutzen.

Die Überraschungsmomente beim Publikum waren vielfältig, aber zu einer MEINER Überraschungen gehörte, sehr schnell merken zu müssen, das ich auf die Menschen so wirkte, das sie mich unterschätzten.

So kam immer wieder ganz schnell die Überraschung bei den Messebesuchern darüber zum Vorschein das ICH die Erfinderin dieses Materials sei. Wie gesagt, teilweise gefiel mir auch dieser Moment und so kostete ich über die Dauer der Messe die verschiedensten Rollen aus und musste feststellen, das man mir am ehesten Abnahm eine Messe-hostess zu sein, die nur für die Messepräsentation zuständig sei. Mal war ich quasi am „Vertrieb“ interessiert, mal an der Präsentation, man nahm mir allerhand ab, aber am wenigsten „ein Erfinder“ bzw. eine Erfinderin zu sein.

Leider hatte das mit der „Messehostessen-rolle“ so seine Vor- und Nachteile. Einerseits erweckte das den Eindruck von Professionalität, deren es im Gesamteindruck bei Erfindermessen, zumindest aus dem Blickwinkel langjähriger gestandener Wirtschaftsleute und Unternehmer, oftmals mangelt. Ein „Erfinder“ , quasi Chef in eigener Sache, der sein Produkt noch selbst erklären muss und dafür keine Angestellten hat (woher auch?) wirkt irgendwie „unausgereift“.

Obwohl dieses Urteil leider dem Gesamtumstand nicht wirklich Rechnung trägt, ist man „trugsinnigerweise“ als „Anfänger“ und Erfinder stehts eifrig bemüht, sich den Vorstellungen anzupassen, man will ja „gehört und gesehen“ ,vor allem aber, ernst genommen werden. Anscheinend eben werden Erfinder, die so wirken als können sie sich keine Mitarbeiter leisten (warum wohl stehen sie sonst selbst da?) auch nur schwer, wenn gar nicht ernst genommen. Dabei muss hier an dieser Stelle mal gesagt werden, das der Erfinder zu Beginn seiner Unternehmung zunächst erst mal „Generalist“ ist und das liegt schlicht und ergreifend in der Natur der Sache und nicht in einem gewissen „Unvermögen“. Letzteres liegt eher in der mangelnden Vorstellungskraft solcher gestandener Unternehmer, die sich um soetwas in ihrem Leben haben nie kümmern müssen.

Das man zuerst „Generalist“ ist, liegt schon allein daran, das die Idee mit der man sich beschäftigt NEU ist, wer also sonst weiss darüber soviel wie ihr Enwickler.

Selbst wenn man das Wissen an andere überträgt und denen die Aufgabe der Präsentation überliesse, so hängen doch gerade im Anfangsstadium so viele unmerkliche Details mit Dingen zusammen die nun mal im Kopf des Erfinders stecken (der laufend weitere neue Erfahrungen sammelt) das es nicht – wie oft kritisiert wird – an dessen Person liegt nichts delegieren zu können (was sicherlich ab einem bestimmten Punkt der Auslastung der Unternehmung auch sehr wichtig ist ) sondern daran, das manche – zu bedenkende Raffinessen, erst in der Praxis hervortrreten. Würde man daher die ersten Praxis-erfahrungen wie etwa die der Präsentation gleich einem anderen überlassen, so gingen hier wertvolle Dinge verloren. Oftmals ist es eine Art „intuitives Wissen“, welches sich erst nach mehren gemachten Erfahrungen in Worte fassen lässt, so das es dies einfach abzuwarten gilt und man daher diesen Umstand nicht schlicht und ergreifend als unprofessionell, oder mangelhaft bezeichnen sollte.

Es liegt viel mehr in der Natur der Sache, das eine Erfindung, zwar eine fertige Entwicklung ist , aber es bedarf einer weiteren Entwicklung, diese zu zeigen, zu präsentieren und anderen eine Vision davon vor Augen führen zu können. Teile dieser Vision „schweben“ während des gesammten Prozesses oftmals lange Zeit im Kopf des Erfinders herum und ohne den Bezug zu der Tätigkeit, könnte sie niemand besser näher bringn, als der Erfinder selbst. Wenn es hier auch gelegentlich an Begabung fehlt, Details kurz und präzise beschreiben zu können (was ja erlernbar ist zum Glück) jedoch letztlich steckt diese Kompetenz in den Knochen des Entwicklers und in diesem Stadium müssen noch weitere Erfahrungen hinzu, bevor hier zb eine Delegierung von solchen Tätgkeiten erfolgen könnte. Aber das war nur ein kleiner „Exkurs“ zu dem was ich selbst zu spüren bekommen habe, wie die Gesellschaft oftmals dem Erfinder gegenüber steht. Auch diese Erfahrung macht am besten der Erfinder selber und nicht sein Assistent.

Wenn ich bei meiner Präsentation in der Rolle des „nur-Vorführers“ bemerkte, das Interessenten darunter waren, die mir die Rolle der Messe-hostess, so sehr abnahmen, das sie nicht wagten, weitere Fragen zu stellen (indem sie sich zb selbst gegenseitig dazu spekulierend befragten, wenn sie zu Zweit waren) dann schlüpfte ich natürlich aus der Rolle herau, da ich sie ja niicht verlieren wollte und sprach mit ihnen. Natürlich war dann wieder die Überraschung groß, wenn ich ihnen ihre Fragen beantworten konnte, bezüglich „Schnittstellen-fachgebieten“ wie etwa Materialkunde und Eigenschaften, Verarbeitungsmöglichkeiten Einsatzmöglichkeiten etc. Ich merkte, das dieses angesammelte Erfahrungs-wissen sich im laufe des Gesprächs überzeugend auf meine Partner auswirkte, auch wenn diese eben zunächst überrascht waren. Zusätzlich dazu das ich diese Erfindung getätigt hatte, war ich wohl im Laufe der Zeit auf „meinem Gebiet“ zu einem Spezialisten geworden


Neben der Krankenpflegekleidung probierte ich verschiedenste "Busines-erscheinungen" aus, auch um verschiedene Wirkungen und Reaktionen zu testen.


Überhaupt beschlich mich auch während der ganzen Zeit der Messe das Gefühl manchmal wie ein spezielles Tier im Zoo ausgestellt zu sein, oder das diese Erfindermesse als Bonus zur Verbrauchermesse diente, sozusagen als „Lockmittel“ weil dort „ungewöhnliche Menschen“ anzutreffen seien, nämlich die Erfinder.

Da kamen ganze Schulklassen, die erfreulich interessiert waren, aber auch Familien in denen die Kinder gemeinsam mit ihren Eltern darüber staunten, wie denn ein normalaussehender Mensch nun also mittels des dort vorgestellten innovativen Produkts seiner Entwicklung zu einer skurilen Natur des Erfinders mutiert sei.

Gelegentlich kam es, zu meiner Unterhaltung, auch zu gemeinsamen philosofierens darüber,was denn dieser Prozess aus einem mache, warum man sich nicht mit dem Umstand abgebe, das ein auf dem Markt vorhandenes Produkt das bereits derart „unausgereift“ für den neuen Zweck, doch seit Jahren am Markt existiere und vielfältig in Verwendung sei (ohne das sich jemand darüber offensichtlich beklage) nun plötzlich zum Gegenstand, oder Anlass einer „Neuerung“ wird.

Da es sich um eine internationale Erfindermesse handelte, musste ich in der neuen Situation bereits improvisieren und überlegen, wie denn eine für alle verständliche Demonstration aussehen könnte. Aber da waren weniger diejenigen das Problem, die man für das Produkt interessieren wollte, die die Sprache nicht beherrschten, als etwa Menschen die den Eindruck machten, sich in der Halle geirrt zu haben.

Das waren diejenigen die schimpfend und murmelnd durch die Reihen gingen, ganz offensichtliches Desinteresse zeigend, weil sie anscheinend allen Fortschritt hassten. Da waren wir als „Urheber“ allen Fortschritt das Gestalt angenommene „Übel“ und man dürfe dem nicht noch mehr Raum geben, indem man sich ganz vielleicht auch noch für ihre „Machenschaften“ interessiere. Also eilten sie, ihre schlechte Laune verteilend, an den Ständen vorüber und murmelten, oder schimpften vor sich hin und vertrieben damit zuweilen ganz in das viele Staunen vertiefte Besucher, die dadurch schlicht von ihrer gerade gewonnenen Begeisterung ernüchtert wurden.

Ernüchtert wurden damit auch die Erfinder, wie ich merkte und auch ich machte mir zum ersten Mal Gedanken in einer ganz anderen Richtung. Nämlich das Erfindungen immer zwei Seiten haben, den Segen für den einen und möglicherweise eine Last für einen anderen.

Dennoch war diese ganze Erfindermesse ein Ort der Hoffnung, vor allem für die Aussteller und Erfinder, die ihre jeweilige Neuerung, Verbesserung, oder Lösung eines Problems gerne vielen anderen zugänglich machen wollten. Die Hoffnung kommt hier zuerst – bevor man sie zuletzt aufgibt. Hier hofft man noch anderen helfen zu können, andere erfreuen zu können, einen Dienst zu erweisen und ganz schlicht – davon auch selbst etwas zu haben.

Wenn es doch nur alles so „einfach“ wär.

Wenigstens konnte ich einigermassen zeichnen und so hatte ich lediglich diese "zeichnerisch" erstellten Grafiken verwenden können, um anhand solcher Bilder zeigen zu können ,wie das "Produkt" gedacht war. Ich kopierte diese im Kopie-shop und "schnitt" mir so erstmalig einige "Kurzinformationen" zusammen, da ich damals (1999) noch nicht mal selbst mit einem guten PC ausgestattet war:





 

 

 Meine internationale/wortlose Demonstration sah dann ,nach einigen Tagen Übung aufgrund ständigen wiederholens wie folgt aus:



Mit bedeutungsvollen leicht übertriebenen Gesten nahm also demonstrativ die Folie - schrieb etwas darauf - hielt es hoch und zeigte es so herum, das auch vorrübergehende angelockt wurden, neugierig, was denn da jetzt noch passieren könnte, löschte es wieder (mit dem an der Kappe des Boardmarker-Stiftes befestigtem Filzelement) - zeigte es abermals herum – ging zu der Rückwand, (wo der Deckel der Kecksdose befestigt war) "hing" sie an die dafür vorgesehene Fläche, wo sie scheinbar wie "magisch" haften blieb – machte jedesmal eine kleine Pause mit bedeutungsvollen Gesten, , nahm sie anschliessend von da wieder herunter und steckt sie in die Tüte, oder eine Box, oder hielt sie unter den Tisch, so das man vor Ort sehen konnte, wie sie im Dunkeln leuchten würde. Die Tüte hielt ich dann immer irgendjemand der gerade vorrüberlief, oder der in meiner „Reichweite“ stand direkt auffordernd unter die Nase bzw. „vors Auge“. Das angenehm überraschte Gesicht machte dann wiederum viele andere neugierig und die Tüte machte eine Weile ihre Runde, bis offensichtlich war, das nun nur noch Personen übrig waren, die den Anfang der Demonstration nicht mitbekommen hatten und nun entweder auf eine Widerholung warteten, oder auf weitere Erläuterungen, was es denn nun damit auf sich habe.

Sehr schnell bildete sich jedes mal dabei eine kleine Traube, die die schmale Gasse zwischen den Erfinder-ständen versperrte. Das wiederum führte auch dazu das andere ausgerechnet deshalb schneller vorrübereilten, weil sie dieser Traube aus dem Weg gehen wollten und dieser Teil des potentiellen „Publikums“ mir dadurch nicht folgte.

Sehr schnell bemerkte ich das auf allen Messen, die Helligkeit das größte Problem war.

Die Demonstration hingegen war immer das wirksamste Mittel, gegenüber allen Erklärungen. So perfektionierte ich diese auch im Laufe der Jahre.

Doch nun wärend dieser ersten Messe machte ich auch noch viele andere Erfahrungen. So kamen allerhand Personen zu mir, die einen Nutzen in dieser Folie sahen, den ich selbst noch nicht erkannt hatte. Personen, die mir Tipps und Hinweise geben wollten, welche Schritte nun nach der Patentanmeldung zu tun sein könnten. Personen, die ihr Interesse bekundeten und mir ihre Visitenkarte da liessen. Personen die mir Angebote machten, von denen ich damals noch nicht viel verstand, sowie, solche die mir Mut machten. Mut deshalb, weil ich eigentlich zunächst nie vor gehabt hatte nur aufgrund von einer Erfindung auch an unternehmerische Aktivitäten zu denken. Mut auch deshalb, weil ich diese Erfindung als sie endlich fertig entwickelt war, gar nicht mehr zum Patent anmelden wollte. Dann hatte ich zumindest das beschlossen, aber auch beschlossen nichts weiter zu tun, da ich mich zwar auf das Problem spezialisiert hatte, das ich ja nun gelöst hatte, aber keinerlei Unternehmerische Ambitionen bzw Kompetenzen, nach meinen Vorstellungen zu besitzen schien. So dachte ich zunächst, das ich einfach das Patent gleich weiter verkaufen sollte und jemand anders solle sich darum kümmern. Auch solche Leute suchte ich auf der Messe, fand aber viel mehr und ganz andere Möglichkeiten, als ich mir zunächst selbst ausgemalt hatte . Auch jemand der mit damals sogar noch Geld zusteckte, damit ich wenigstens Info-zettel kopieren lassen konnte, da ich einfach keine Flyer und auch keine Finanzen dafür gehabt hatte.

Da kaum Zeit war grafisch wärend der Messe noch etwas zu erstellen (ohne PC), war dies hier dann eines der Ergebnisse (damals nannte ich das Produkt noch „Pflege spezial&ldquo:




 

Ich hatte nämlich 2 Jahre zuvor noch überlegt, ob ich das Patent wirklich anmelden sollte. 2 Jahre zuvor hatte ein Herr Dr. Kienlein auf selbiger Messe Vorträge darüber gehalten, wie es dem Erfinder gehen könnte, der sich nach einer Patentanmeldung mangels Mittel nicht gegen "Feinde"/Konkurrenz durchsetzen könnten und wie schnell man ungewollt in diese Situation gelangen könnte schilderte er in seinem Vortrag sehr anschaulich. So deutlich, das ich damals sehr unglücklich über meine gerade gefundene Idee geworden war. Ich beschloss damals meine Idee wieder „einzustampfen“ da ich mich bereits angesichts der Situation fast automatisch ungewollt in einem Haifischbecken gelandet zu sein, machtlos fühlte.

Er schilderte sehr anschaulich mit welchen „unlauteren Methoden“ Menschen anderen Menschen ihre Ideen und damit auch ihre Hoffnungen nehmen könnten und das aufgrund eigens gemachter Erfahrungen. Also nicht irgendwelche Theorien über theoretische Möglichkeiten und Eventualitäten die eintreten könnten. Im Prinzip wurde sehr schnell deutlich, eine Idee zu haben ist eine Sache, eine Lösung zu bauen, die nächste, doch damit steht man vor einem neuen Problem und wer nicht von Anfang an Reserven hat auch das noch zu überwinden, dem wird seine Idee auch nicht wirklich helfen Dinge zu überwinden wozu sie einen nach Idealvorstellungen potentiell befähigt hätte.

Angesichts dessen und meiner eigenen realistischen Einschätzung der Lage, gab ich also in Gedanken noch während des Vortrags die Hoffnung auf, bevor ich sie hätte weiter keimen lassen.

Andererseits wurde ich sogar wütend angesichts der scheinbaren Ausweglosigkeit einer solchen Situation. Da ist man kreativ, hat eine Idee, eine Lösung eines Problems und dann ist es von völlig anderen Faktoren, als diesen Könnens abhängig, ob man am Ende dafür belohnt, oder gar bestraft wird. Angesichts dieser neuen Erkenntnis war ich damals, so demoralisiert, so enttäuscht das ich also in Gedanken beschloss mich von der Idee und meiner Hoffnung zu verabschieden und war dann auch im selben Moment so traurig das sich meine insgeheimen Hoffnungen so zerschlagen würden gegenüber Umständen denen gegenüber ich also machtlos sein sollte. Ich fühlte mich auch so – ohmächtig. Während ich mir also die Konsequenzen aus dem vorgetragenen zu realisieren versuchte, was bedeutete mich von der Hoffnungsvollen Vision zu verabschieden, war ich so wütend und so traurig darüber, das ich meine Tränen nicht zurück halten konnte. Sie liefen mir übers Gesicht und am liebsten hätte ich mich lauthals über die „Schweinerei aller regelwidrigen Lebensumstände“ aufgeregt, doch statt dessen sah ich ein, das ich mich beherrschen musste. Einer von wenigen Augenblicken, wo es mir auch egal war, das man meine Tränen bemerken könnte. Wo doch gerade alle Zuhörer eine Vision davon bekommen haben wie unfair es zugehen kann, wenn man zu „naiv“ und „gutgläubig“ an eine scheinbar gute Sache herangeht. Man hatte fast den Eindruck, die Zuhörer hatten gemeinschaftlich ein Stilles Einverständnis über die Unfairness und die „Krux einer solchen Situation“. (Was dann dennoch dazu führte ist noch mal eine ganz eigene Geschichte und hier noch nicht erwähnt worden)

Da war er wieder: dieser Aspekt das jede Idee/Erfindung zwei Seiten hat. Was nützt die schönste Idee, auch offensichtlich nicht blödsinnig, wenn daran Bedingungen geknüpft sind? Und das war es offensichtlich. Wer seine Idee nicht verteidigen kann hat schon verloren bevor er begonnen hat. Da schien sie also bereits verloren - meine Vision von der Realisierung meiner Idee.

Eine Idee mit der ich auch viele Hoffnungen verband und das tun leider alle Erfinder!

Erfinder sind auch Menschen, die nicht einfach nur erfinden (zumindest trifft es auf die zu, die das öfter, aber nicht aus beruflichen Gründen tun). Nicht selten haben sie gemeinsam ,ebenso anders zu sein wie der Rest ihres Umfeldes, einfach schon weil sie sich mit einfachen Problemen nicht zufrieden geben, sondern sie lösen. Und natürlich dadurch auch weil sie es KÖNNEN. Nicht selten von "nichtgönnern" und Neidern umgeben, haben sie es nicht gerade einfach und nicht wenige hoffen auch insgeheim, auf eine Lösung zu DIESEM Problem, statt zu dem technischen, das sie gerade geschaffen/gelöst haben.

Nicht wenige hoffen das eine als Ausweg zu dem anderen anwenden zu können.

Ebenso auch ich.

Ich hoffte vor allem immer dann, wenn ich arbeitslos war, oder mich "Arbeitsplatztechnisch" bedroht fühlte.

Und wie aus der Vorgeschichte zur Vorgeschiche zu ersehen, gab es da - kurz gesagt - reichlich Anlass, zu fürchten UND zu hoffen ebenso.

Niemals hätte ich das Risiko einer unsicheren Existenzgründung wagen wollen, gegenüber einer Möglichkeit einer sicheren abhängigen Beschäftgigung (sofern denn eine da gewesen ist).

Doch ich liebäugelte schon die ganzen Jahre der Entwicklung über, mit zumindest der MÖGLICHKEIT, das mir diese Erfindung einen Ausgang aus dem leidigen Zwang dieses Teils der Gesellschaft ermöglichen könnte. Nicht das ich aussteigen wollte, oder kein Teil dieser Gesellschaft sein, im Gegenteil ich bemühte mich ständig um „Normalität“!

Die Definition dafür, ob man „drin“ ist oder nicht treffen aber anscheinend andere (oder scheint eine gewisse Mehrheit für sich gepachtet zu haben) und so war ich nie wirklich „drin“ und hatte das nicht gewählt. Wer das wählen kann und freiwillig tut, der erfüllt auch Bedingungen. Bedingungen, die Umstände waren, die mir eben nicht gegeben waren/sind. Wer reich genug ist, der braucht nicht das Urteil anderer. Um Teil dieser Gesellschaft zu sein/sein zu dürfen, da er weniger auf andere angewiesen ist, eben unabhängiger. Er kann es sich notfalls auch noch erkaufen.

Jeder irgendwie abhängige, kann sich das dann leider weniger aussuchen und ist auch noch auf ein „gutes Urteil“ seines Umfeldes angewiesen.

Schaffen Sie mal ein gutes „Urteil“ wenn sie allen negativen Klisches ungewollt entsprechen.

Andererseits hielt ich es unbewusst jahrelang also für unmöglich aus dieser „Erfindung“ etwas unternehmerisches schaffen zu können und tat diesen Gedanken in dieser Zeit immer wieder ab.

Schliesslich war dies auch keine meiner Kernkompetenzen und ganz schlicht formulierte ich für mich das mir solches eben nicht gegeben sei, da müssen schon andere kommen.

Ich widersprach diesem Gedanken also solange bis ich dann bei dieser ersten Erfindermesse eine bronze Meidaille gewann und „schwach wurde“.


Aus diesen Hoffnungen, dem gewonnenen Preis, gepaart mit sehr vielen Hinweisen und konkreten Vorschlägen, Anleitungen, Interessenten und Kontakten schöpfte ich doch so viel Kraft, dass ich mir wenige Zeit später, als mein Arbeitsplatz mal wieder bedroht war, kurz nach dem ich ihn eigentlich erst angetreten hatte, doch diese Vision machte. Warum denn auch nicht?

Wie aber schon mal gesagt – wer soll da kommen, wenn nicht man selbst mit seiner Idee. Man ist nicht der einzige der zum ersten mal etwas unerfahrenes wagen würde, wenn dies auch eigentlich eher nicht ratsam ist.

Aber fragen Sie mal nach dem idealen Zeitpunkt für eine gute Idee. Der Moment fragt auch nicht SIE; ober JETZT kommen soll, oder lieber dann – wenn sie all das, was Sie meinen dazu an Kompetenzen noch zu benötigen erlernt hätten. Im Gegenteil, eigentlich kommt all dies, was scheinbar ideal wäre an Vorraussetzungen äusserst selten passend zusammen zum richtigen Moment. Der Moment ist also soetwas wie eine Gelegenheit und kann nicht geplant werden. Er ist da oder ist nicht da. Ebenso drum herum die Umstände, sie sind da, oder nicht und tragen erschwerend mit dazu bei, ob man sich den Ruck entgegen aller scheinbaren Vernunft dann nun doch gibt oder nicht.

Mein Leidensdruck war einfach so groß gewesen, das diese Erfindung in Petto zu haben zu sehr verlockend einer Lösung gleich schien. Einer Lösung gegenüber dem Problem, das ich an meinen Arbeitsplätzen immer auf das Wohlwollen andere Leute angewiesen war, um meinen Platz möglichst lang zu behalten – denn das schien für mich eine Art höhere Kunst zu sein.

Natürlich wusste ich das eine Existenzgründung ein Mammut-unternehmen ist...

Andererseits war das in meiner Vorstellung auch nur deshalb so, weil ich keine Ahnung hatte - gar keine.

Was noch unerwähnt bisher blieb ist ja auch der Blickwinkel, aus dem man die momentane Lage zum gegebenen Zeitpunkt betrachtet.

Natürlich würde wohl kaum einer wagen eine sichere Beschäftigung gegen eine unsichere Existenz einzutauschen. Der Gedanke eine Existenzgründung zu wagen erscheint aber z.B. Aus einer schlechteren Lage gelegentlich als eine Verbesserung. Wenn sie z.B. gelingt als Alternative zur Arbeitslosigkeit.

Umstände wie Arbeitslosigkeit waren aber die Grundlage dafür ,später mit dem gewonnenen Preis noch einmal über die ganze Sache nachzudenken und nicht alles gleich über Bord zu werfen.

Glücklich war ich zunächst über die gewonnene Bronzemedaille und erste kleine Zeitungsartikel, sowie die vielen neuen Ideen, was man noch alles aus meiner Erfindung machen könnte und die Hinweise für eine evtl, doch mögliche Existenzgründung.



Bei der Preisverleihung zusammen mit dem Präsidenten des deutschen Erfinderverbands

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Fortsetzung folgt

4.8.12 21:42

Letzte Einträge: Wozu dieser Blog?, Auswertung der Messe und die erste Presse - Vorschau

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen