die-erfindung

wie und warum ich das Master Pad erfunden habe
 
 

Über

Wozu dieser Blog?

 

In diesem Blog soll die Geschichte meiner Erfindung erzählt werden. Ich habe vor über 10 Jahren ein Patent angemeldet mit dem ich viele Preise gewann.

Immer wieder werde ich gefragt: "Wie kam es zu dieser Erfindung?" (oder von Leuten, die zufällig erfahren, dass ich ein Patent habe:" Was genau, hast du denn erfunden?"

Oft wurde ich zu Vorträgen über meine Erfahrungen bezüglich "Verwertung" und Vermarktung eingeladen, oder zu einer Demonstration.

Vor über 10 Jahren beschloss ich: Wenn ich die Idee in 10 Jahren noch nicht vermarktet habe, werde ich darüber schreiben. 

Dies hier soll auch eine Analyse sein - in Form von "lauten Gedanken" warum, trotz zahlreicher Preise von hochkarätigen Jurys, es letztlich nicht dazu kam, das ich davon zb "leben könnte".

Vielleicht auch hilfreich für andere Erfinder.

Andererseits gehe ich auch gern - laut denkend - der Frage auf den Grund, nicht aus welchen Praktischen Gründen ich die Erfindung getätigt habe, sondern was den Gedanken konkret werden liess aus der Idee ein Patent zu machen, viel mehr noch: Welche Persönlichkeit steckt dahinter.

Viele Menschen haben schliesslich Ideen. Nicht jeder verfolgt eine Sache so "exzessiv"/obsessiv, dass daraus auch noch ein Patent getätigt wird. Was also macht den Unterschied aus?

Einen Unterschied möchte ich jetzt schon "bekannt geben":

Ich bin autistisch und habe das Asperger Syndrom.

Das lässt mich die Welt anders sehen.

Das lässt mich Fragen stellen, auf die sonst niemand kommt, die aber anscheinend die bedeutenden "Richtigen" Fragen sind, zumindest z.B. aus "forscherischer Sicht". Es befähigt mich speziell dazu Dinge "im Geiste zu sehen" /vorstellbar zu machen, die andere sich nicht unbedingt vorstellen können (leider geht das auch umgekehrt, wo es mich dann leider sehr behindert)

An mir ist durchaus eine "Forschernatur verloren gegangen" wie man so sagt. Mein Zweiter Vorname könnte Wissensdurst und Bildungshunger sein, oder Neugier.

Die nun in diesem Blog folgende Schilderung von Ereignissen bezieht sich auf einen Zeitraum von 10 Jahren mit einigen weiteren Rückblicken. Dies geschieht immer mit der "Reflektion" im Hinblick auf den Autismus. Der mich in besonderer Weise mal befähigte, mal behinderte, mal waren es eher andere die mich behinderten, mal schlicht der Mangel an Möglichkeiten, oder die Vorraussetzung welche zu schaffen z.B. monetär gesehen.

Dieser Blog schildert nicht nur wie und warum ich die Erfindung getätigt habe, sondern auch unter den o.g. Aspekten, alles was ich damit erlebt habe. Auch welche weiteren Ideen ich hatte, die ich nicht zum Patent angemeldet habe und was den Erfinder so "umtreibt".

Messe-ausstellungen, Reisen, Begegnungen, Unterstützungen, Erkundungen der Businesswelt (nicht jeder kommt aus der Branche in der er etwas erfindet und nicht jeder kommt aus der Branche in der er vermarkten muss) Interessenten,  unfaire Verhandlungspartner, der Kampf der Patenterteilung, uneingelöste Hoffnungen und "Hoffnungsmacher" (und "Enttäuscher", Erfahrungen mit TV und Printmedien, Wettbewerbe, jede Menge Optimismus, Rückschläge und die Kunst aus einer Niederlage einen Vorteil zu Produzieren.

Ich werde absichtlich nicht viel Werbung für den Blog machen und will so "testen", wieviel Leser sich wirklich (hoffentlich) für diese Geschichte "finden lassen" und interessieren werden.

Lediglich einige gute Freunde und Kontakte werde ich informieren, weil ich weiss, das sie die Geschichte vielleicht interessiert (oder sie die noch nicht kennen) und sie vor allem MICH besser kennen, als Leser, die hier zufällig eintreffen werden. Es ist für mich wichtig zu wissen welche Fragen/Kommentare von Lesern kommen evtl. WEIL sie mich nicht kennen, weshalb ich von allen Seiten an "Feedback" hinsichtlich VERSTÄNDLICHKEIT meiner Schilderungen interessiert bin.




Alter: 47
 


Mehr über mich...

Als ich noch jung war...:
war ich manchmal sehr anders/ungewöhnlich

Wenn ich mal groß bin...:
will ich endlich dazu stehen können und hoffe auf volle "Inklusion" ;-)

In der Woche...:
habe ich mir viel vorgenommen

Ich wünsche mir...:
Das nicht alles Hoffen letztlich umsonst ist.

Ich liebe...:
Krimis und Star Trek, es wenn das "Gute über das Böse" siegt,

Interessen:
Forschung, alles was im Dunkeln leuchtet, Schlafforschung, Autismusforschung, Detektivgeschichten, Glühwürmchen



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Blog

Auswertung der Messe und die erste Presse - Vorschau

Hier folgt der Bericht darüber welche Erfinder ich kennen gelernt habe, was ich gesehen habe. Erfahrungen die andere an mich weiter gaben und sehr lehrreich für mich waren. Tipps die ich bekam, die wiederum ihre Folgen mit sich brachten etc.

die damals erschienenen Presseberichte werde ich ebenfalls hochladen.

 

3.9.12 03:20, kommentieren

Wozu dieser Blog?

In diesem Blog soll die Geschichte meiner Erfindung erzählt werden. Ich habe vor über 10 Jahren ein Patent angemeldet mit dem ich viele Preise gewann.

Immer wieder werde ich gefragt: "Wie kam es zu dieser Erfindung?"

Oft wurde ich zu Vorträgen über meine Erfahrungen bezüglich "Verwertung" und Vermarktung eingeladen, oder zu einer Demonstration.

Vor über 10 Jahren beschloss ich: Wenn ich die Idee in 10 Jahren noch nicht vermarktet habe, werde ich darüber schreiben. 

Dies hier soll auch eine Analyse sein - in Form von "lauten Gedanken" warum, trotz zahlreicher Preise von hochkarätigen Jurys, es letztlich nicht dazu kam, das ich davon zb "leben könnte".

Vielleicht auch hilfreich für andere Erfinder.

Andererseits gehe ich auch gern - laut denkend - der Frage auf den Grund, nicht aus welchen Praktischen Gründen ich die Erfindung getätigt habe, sondern was den Gedanken konkret werden liess aus der Idee ein Patent zu machen, viel mehr noch: Welche Persönlichkeit steckt dahinter.

Viele Menschen haben schliesslich Ideen. Nicht jeder verfolgt eine Sache so "exzessiv"/obsessiv, dass daraus auch noch ein Patent getätigt wird. Was also macht den Unterschied aus?

Einen Unterschied möchte ich jetzt schon "bekannt geben":

Ich bin autistisch und habe das Asperger Syndrom.

Das lässt mich die Welt anders sehen.

Das lässt mich Fragen stellen, auf die sonst niemand kommt, die aber anscheinend die bedeutenden "Richtigen" Fragen sind, zumindest z.B. aus "forscherischer Sicht". Es befähigt mich speziell dazu Dinge "im Geiste zu sehen" /vorstellbar zu machen, die andere sich nicht unbedingt vorstellen können (leider geht das auch umgekehrt, wo es mich dann leider sehr behindert)

An mir ist durchaus eine "Forschernatur verloren gegangen" wie man so sagt. Mein Zweiter Vorname könnte Wissensdurst und Bildungshunger sein, oder Neugier.

Die nun in diesem Blog folgende Schilderung von Ereignissen bezieht sich auf einen Zeitraum von 10 Jahren mit einigen weiteren Rückblicken. Dies geschieht immer mit der "Reflektion" im Hinblick auf den Autismus. Der mich in besonderer Weise mal befähigte, mal behinderte, mal waren es eher andere die mich behinderten, mal schlicht der Mangel an Möglichkeiten, oder die Vorraussetzung welche zu schaffen z.B. monetär gesehen.

Dieser Blog schildert nicht nur wie und warum ich die Erfindung getätigt habe, sondern auch unter den o.g. Aspekten, alles was ich damit erlebt habe. Auch welche weiteren Ideen ich hatte, die ich nicht zum Patent angemeldet habe und was den Erfinder so "umtreibt".

Messe-ausstellungen, Reisen, Begegnungen, Unterstützungen, Erkundungen der Businesswelt (nicht jeder kommt aus der Branche in der er etwas erfindet und nicht jeder kommt aus der Branche in der er vermarkten muss) Interessenten,  unfaire Verhandlungspartner, der Kampf der Patenterteilung, uneingelöste Hoffnungen und "Hoffnungsmacher" (und "Enttäuscher"), Erfahrungen mit TV und Printmedien, Wettbewerbe, jede Menge Optimismus, Rückschläge und die Kunst aus einer Niederlage einen Vorteil zu Produzieren.

Ich werde absichtlich nicht viel Werbung für den Blog machen und will so "testen", wieviel Leser sich wirklich (hoffentlich) für diese Geschichte "finden lassen" und interessieren werden.

 

 



An "Feedback" hinsichtlich VERSTÄNDLICHKEIT meiner Schilderungen bin ich interessiert.

7.7.12 23:16, kommentieren

Vorgeschichte zur Erfindung - Umstände/Situation bis zur Entwicklung der Idee

 

Vorgeschichte der Vorgeschichte/ Prolog

oder auch:"Es war einmal...." könnte es heissen. Am Anfang steht immer eine Idee. Doch was war vor der Idee? Vor der Idee war da ein Umstand. Es heisst nicht umsonst "Not macht erfinderisch". In meinem Leben ist das fast Motto, denn ein Leben ohne Umständlichkeiten gibt es bei mir leider ncht.

Da wird es zwar andererseits nie langweilig, aber hätte ich die Wahl und vor 10 Jahren schon gewusst, oder geahnt was ich heute weiss , so hätte ich mir sehr wahrscheinlich NOCH sehnlicher ein ruhiges und beschauliches Leben gewünscht.

So, dachte ich immer nur, das ist eben JETZT eine besondere Situation, ein dementsprechender Umstand, eine Ausnahme und wie man so leichtfertig dann sagt: "Besondere Situationen erfordern besondere Massnahmen" (ohne eben zu ahnen, das man vielleicht gerade mitten drin ist in ein Leben hineinzuschlittern, das eine einzige Ausnahmesituation darstellen wird und gewisse Umstände nie wieder nachlassen werden).

Ich dachte ausserdem immer, das sich dann schon irgendwann wieder, nach Abschluss der jeweiligen Situation die Ruhe ganz von selbst wieder einstellen wird, so das ich auf mich zukommen liess, was da so kam und in dem Glauben war, nach jeder Flut kommt ganz automatisch von selbst die Ebbe, wie ein Naturgesetz eben. Etwas das einem im Grunde auch die Ruhe lässt, die Unruhe so zu lassen wie sie ist, da sie ja irgendwie zur Natur gehört und ganz von selbst wieder vergeht.

Wie gesagt, hätte ich es geahnt, hätte ich vielleicht so manches mal nicht einfach so zugewartet, gehofft, gedacht, geglaubt und in dem Glauben Dinge geschehen lassen, da ich jedes mal NACHDEM sich herausstellte, das nun eine besondere Situation da war, auch annahm, das DIES eben die Ausnahme gewesen sein muss und man gewisse Dinge eben doch nur einmalig in seinem Leben erlebt - eben auch unruhige Zeiten. 

Bei den meisten Leuten ist das so.

Ich glaubte jedoch daran viel zu lange. Was wohl auch daran liegen mag, das ich mich davon habe blenden lasse, das es eben bei den meisten ANDEREN Leuten so ist und darüber nicht bemerkte, das ich einfach nicht bin wie die anderen.

So näherte sich oftmals in meinem Leben wärend ich noch glaubte auf die Ruhe hoffen zu können nach irgendeiner "Lebenskatastrophe" die dann sicherlich wieder einkehren möge, wie eben bei anderen Leuten auch, schon die nächste Katastrophe der ich noch "abwartend" mit voller Breitseite begegnete und ich so also - im Nachhinein betrachtet - nur selten ein Fettnäpfchen, eine "Katastrophe", einen Schicksalswink, Pech, oder wie auch immer man das nennen mag - ausliess.

Mein Leben schien und scheint eine einzige Aneinanderreihung von mittelprächtigen persönlichen Katastrophen und Pechstränen zu sein. Und zwar von der Art, das man wirklich geneigt ist sich zu fragen, was man denn immer so "falsch" mache, das einem ausgerechnet dies oder jenes und dann auch noch welches und zuguterletzt nicht selten auch noch mehreres gemeinsam oder direkt aneinanderereihend passiert.

Andererseits ist es mit dem Glück fast ganz genauso.

Mein Bruder sagte schon einmal, ich hätte manchmal mehr Glück als Verstand. Das mag noch dahingestellt sein, zumal letzteres tatsächlich mal überprüft wurde....(seit dem weiss ich das ich eigentlich sogar "mehr Verstand" besitze als der Durchschnitt, jedoch macht mich das nicht unbedingt verständiger, was wohl an dem Umstand des Asperger Autismus liegt)

Manchmal hatte ich auch den Eindruck, das dieses Glück leider auch immer nötig und dazu da war die anderen Situationen aufzufangen, so das ich es leider nie als zusätzlichen Bonus empfind und empfand, sondern immer als Ausgleich, den ich gerade dringend nötig gehabt hatte und der glücklicherweise eingetreten war und damit irgendeine vorher stattgefundene "Katastrophe" lediglich abmilderte, mich tröstete und nicht so schwer erschienen liess.

Auf wiederum einer ganz anderen Seite schein ich ein unverbesserlicher Optimist zu sein, ein ewig hoffender und verfüge nicht nur über unendlich viel Phantasie (wenn auch nur "eingeschränkt" worauf ich später noch mal zu sprechen komme) sondern eben dies sind auch die Bausteine meiner unkaputtbaren Resilienz.

Wie sonst kann man gewisse Fehler sogar mehrmals machen, wenn man nicht VOR einer neuen Situation und NACH einer negativen Erfahrung der Meinung und (irrigen) Annahme sei, das einem solches, nach gemachter Erfahrung; nun sicherlich NICHT noch einmal passiere und prompt steht man mit einem Fuss bereits erneut in einem ähnlich anmutenden Fettnäpfchen mitten drin?

Das mag mit meiner eingeschränkgen Phantasie z.B. bezüglich der Bösartigkeit mancher Menschen zusammen hängen. Kreative Phantasie in gestalterischen Belangen habe ich jede Menge, nicht aber was die Natur des Menschen anbelangt und die ist es die auch Situationen unberechenbar und damit undurchschaubar vulnerabel für mich werden lässt.

Aber genug der "Schwafelei", ich wollte zum Beginn.

Not macht erfinderisch - was zur Erfindung führte

Zum Beginn der Geschichte warum ich eine Erfindung machte.  Warum sie für mich nötig war und wie es dazu kam. (Aus den Jahren 1988-1997 die "Entwicklungsphase" und Reifung der Idee)

Wie gesagt, am Anfang steht zwar eine Idee, aber diese Idee ist meist gewissen Umständen geschuldet - wie auch in meinem Fall.

Bei mir kamen gleich mehrere Umstände zusammen. Ganz praktisch gesagt war ich in einem Bereich der mich zu der späteren Erfindung führte, dabei wärend des Schulbesuchs auf dem zweiten Bildungsweg mein schreckliches Schriftbild durch Abschrift aller Mitschriften des Schultages auf der Schreibmaschine auszumerzen. So erhielt ich ordentliche, lesbare strukturierte Unterlagen. 

Ich wurde zum ersten mal in meinem Leben die beste an der Schule und damit belohnt, das ich eine Klasse überspringen durfte. Da es gleich die Abschlussklasse war, bekam ich ein Abschlusszeugnis, ohne eine Prüfung ablegen zu müssen und belohnte mich selbst damit gleich einen weiteren Schulabschluss dran zu hängen. Vor allem auch deshalb, weil ich nun ein Jahr in meiner Planung zu wenig hatte und somit Zeit über.

Irgendwann fand ich es zu verschwenderisch einfach nach der Schule vom Papier alles sauber abzutippen und dann die Vorlagen weg zu werfen. 

Am Anfang war das Problem

Auf der Suche nach der Definierung und dann Lösung eines Problems, oder auch: Erste Entwicklungsschritte

Ich fing an, am Papier "zu arbeiten" bzw an der Schreibunterlage. Im laufe der folgenden 2 Schuljahre und der noch später folgenden Berufschuljahre entwarf ich für mich Folien mit Vordruck, die ich nur abwaschen brauchte. Leider benötigte ich immer mehr Folien, da die Menge des Stoffes und die Anzahl der Fächer mehr wurde. Parrallel entwickelte sich leider auch eine zunehmende Müdigkeit, die meine Disziplin über die Zeit dahinschmelzen liess. Oftmals war ich nach der Arbeit, oder nach der ganztägigen Berufschule zu müde um alles vom selben Tag abzutippen und so benötigte ich mehr Folien.

In der Arbeit wiederum setzte ich die Folien nicht für Unterrichtsstoff ein, sondern für die notwendigen "Übergabe-informationen", um sie jederzeit griffbereit zu haben. Bisher wurde diese "Merktechnik" immer mit einem normalen "Karo-block" erledigt, der jedoch aus Papier nicht immer ganz im Berufs-alltag, allen Situationen stand hielt. Er erfüllte zwar den Zweck Informationen dort festhalten und jederzeit ablesen zu können zb. für die Berichtserstattung am Ende einer Schicht in die Dokumentenechten Unterlagen, jedoch erfüllte er andere Zwecke nicht.. War der Block wärend der Arbeit feucht, oder nass geworden, aus der Tasche gefallen, konnte das Papier leicht reissen, knittern, wurde unleserlich, Papiere lösten sich leicht vom Block und die gesammelten Notizen, waren zwar schnell festgehalten, aber nie schnell auffindbar, da es beim niederschreiben keine "Struktur" gab. Man schrieb so mit, wie es "abgelesen" wurde bei der Dienstübergabe.

Benötigte man später Informationen daraus, eine bestimmte Person betreffend musste man quasi zuerst diesen Namen auf dem  Blatt entdecken und dann war klar, alles was an Infos nach diesem Namen geschrieben war, gehörte quasi zu der Person. Das war die einzige Orientierung. Das musste man wissen bzw entstand quasi automatisch als einzige Struktur wärend des Schreibens, also wusste man das als Verfasser. Jeder andere hätte damit aber niemals etwas anfangen können.

Also versuchte ich am "Medium -Papier als Merkzettel" gleich von mehreren Perspektiven her zu "arbeiten"/etwas zu verbessern, so das es für mich Alltagstauglich wurde.

Da war die Notizfähigkeit, also die Möglichkeit Informationen zu hinterlassen und die "Lesefähigkeit" also die Methode Informationen ganz schnell wieder abrufen zu können und zwar übersichtlich und klar strukturiert, vielleicht sogar strukturierender als das Umfeld und damit sogar hilfreich bei der Arbeitsorganisation.

Arbeitsorganisation war ein großes Problem für mich.

Als Berufsanfänger hatte ich damit zu kämpfen, das es einerseits routinemäsige Abläufe gab an deren Vorgaben man sich halten sollte, der Beruf und das Arbeitsumfeld, aber ständig mit unvorhergesehenen Situationen umgehen musste und das auch möglichst routiniert.

Fast nicht unter einen Hut zu bringen.

Bzw das heisst, Routine zu beherrschen und zwar so, das Unterbrechungen einen nicht "aus dem Takt" bringen bzw bei einer Unterbrechung man nahtlos wieder zum Standardprogramm zurück kehren kann, ohne durch die Unterbrechung etwas vergessen, oder durcheinander gebracht zu haben.

Im Gesundheitsberuf könnte das fatale Folgen haben, sowohl bei Fehlern in der Routine, als auch in einer "Ausnahme/Notfallsituation" .

Was mir aber damals nur "unbewusst" deutlich wurde - genau das war mein Problem. Ichh kam immer wieder durcheinander, war aber auch noch in der Ausbildung, hatte Ansprüche an mich und die Ausführung meiner Arbeit und es gab Erwartungen an mich in meiner Rolle dieses Berufs. Ganz unabhängig davon, ob man als Azubi von mir bereits soviel VErantwortung hätte erwarten können oder nicht. MAn ist da auch als Mensch und hat Vorstellungen.

Anderseits war ich - ganz persönlich - immer in der Situation, das ich versuchte nicht auffallen zu wollen, denn ich fiel immer auf. Also hatte ich da, unabhängig von einem speziellen Berufsfeld, noch ganz eigene Anforderungen an mich.

Ich war ein ewiger Spätzünder gewesen, stand manchmal rum und sah verträumt aus, machte mir Gedanken (wo andere es aber anscheinend auch NICHT taten) brauchte in den Augen anderer zu lange, "sah die Arbeit nicht" und derartige Dinge.

Oftmals war ich "zu genau", ein "Umstandskrämer", nicht gerade praktisch veranlagt, ewiger "Theoretiker"...

Bis zu meinem ca 16. Lebensjahr und noch länger sprach ich ja auch andauernd zu leise, so das man mich STÄNDIG auffordern musste lauter zu sprechen, ich "schlich", bewegte mich bedächtig und zaghaft, ohne zu wissen das dies alles mit meiner Wahrnehmung, ganz speziell, der Umwelt zusammenhing.

Als Kind war ich ewig kränkelnd, immer zu schmächtig, untergewichtig, blass auch wenn ich "gesund" war, hatte irgendwie oft das "nachsehen", merkte das aber auch kaum.

Ich war eben irgendwie anders.

Ich war Autist.

Doch auch das merkte niemand. Man merkte aber das ich "anders" war.

Gegen dieses "Anders-sein" hatte ich also bis Ende der Schule angekämpft, bis zum Eintritt in die Beruffschule . Es war mein ständiger verhasster Begleiter ich versuchte es zu verbergen, versuchte "normal" zu wirken.

Meine Mutter gab mir Tipps mit zum Vorstellungsgespräch:" Sprich laut und deutlich und kurze Sätze". "Mach einen festen Händedruck", "Lächle öfter mal". "Sag dies und jenes" oder "sprich dies und jenes lieber so oder so aus".

Mir wurde dadurch klar, das ich mein Anders sein auch irgendwie verbergen musste.

Anders zu wirken liess die Leute schnell auf allerhand anderes schliessen. Eigentschaften, die einem dann zugeschrieben werden, sind selten förderlich.

So war auch schon mein Berufsstart anders gewesen. Ich brach die erste Lehre ab, wegen einer Allergie, die ich zwar auch wirklich offiziel hatte, aber andererseits würde ich sagen, mir fehlte die nötige Reife für den Ernst des Lebens. Ich wurde auch gemobbt.

Da - bei dem Ernst -  war ich noch gar nicht angekommen.

Bei meiner Geburt war das auch so. Jahrelang, ich glaube bis zu meinem 4. Lebensjahr, wirkte ich so "abwesend" das ein Kinderarzt gesagt haben soll zu meiner Mutter:" die ist hier auf der Erde einfach noch gar nicht angekommen, rufen Sie mich an, wenn sie das erste mal trotzig mit dem Fuss aufstampft" Weil ich bis dahin immer so äusserst still, leise und genügsam war.

Wie bei vielem in meiner Nachfolgenden Entwicklung änderte sich auch das irgendwann aprupt. 

Doch wieder zu dem Punkt wo und wie ich versucht habe diese "Notizmöglichkeit" zu verbessern.

Nach der abgebrochenen ersten handwerklichen Ausbildung, war ich also durch erneuten Besuch der Schule über den 2. Bildungsweg angehalten gewesen eine Methode zu finden meine "Notizen" zu managen, zu ordnen und später bei der 2. Ausbildung auch meine Arbeit zu strukturieren, um nicht aufzufallen.

Andere lösen dieses Problem für sich möglicherweise intuitiv oder begnügen sich mit dem Notizblock, ODER haben für sich genug kompensiert, wenn sie damit auskommen. Aber bei mir gab es eben neben dem offensichtlichem, in der Arbeit begründetem, noch viel mehr zu strukturieren. 

Ich löste das Problem zuerst analytisch. Erst musste deutlich sein, WAS ich als "Problem" formulieren und definieren würde, bevor ich dazu passend, systematisch, ebenso analytisch eine Lösung suchen und finden konnte.

Dazu zählte auch die Möglichkeit die Arbeit überhaupt zu "erfassen". Wie gesagt, ich hatte gelegentlich den Ruf "Arbeit nicht zu sehen" (was mir im Zusammenhang mit Kollegen Probleme bereitete bzw "definierte" . Also fing ich an zu "sammeln", zu beobachten, zu analysieren was denn überhaupt für Tätigkeiten so anfallen und dabei "sammelte sich viel an".

Bald hatte ich eine Liste. Eine Liste für den "Routine-tagesablauf". Eine Liste von den "meisten unvorhergesehen plötzlich auftretenden Tätigkeiten", Eine Liste für dies und jenes. Ich teilte alles was auf der Arbeit geschah ein in Kategorien. Routine die geplant abläuft. Routine die nur im Fall xy eintritt. Tätigkeiten die nötig sind aber nicht routinemässig auftauchen und folglich auch ohne Standard sind etc. Ich machte Listen und Tabellen und stellte mir die Prozesse grafisch dar.

Alsbald hatte ich für mich eine Art ideales "Tabellen-formular" entworfen, das sowohl der Routine, als auch unvorhergesehenen Situationen stand hielt und mir half meine Arbeit zu organisieren und übersichtlich zu gestalten und sogar darüber hinaus. Es hatte planerische und "vorausschauende" Elemente.

Zum Leidwesen meines Umfeldes fielen bei meinen Analysen, mir nicht nur meine eigenen Schwächen ins Auge für die ich zuncächst keine Worte hatte, oder nicht die passenden, sondern wurden dabei auch "Desorganisationen" mancher Abteilungen viel offensichtlicher für mich. Wärend ich also über die Zeit meiner Ausbildung hinweg, an einem Strukturierendem, dem Arbeitsumfeld anpassungsfähiges, Notizmaterial entwickelte, suchte ich ebenfalls nach einer Lösung, die viel globaler war.

Da fragte ich mich zb wie man es schaffen könnte, wärend dieser Ausbildung nicht gleichzeitig immer symbolisch mit einem Bein im Knast zu stehen. Ich fragte mich auch nach Strukturen der Ausbildung und begann andere das zu fragen. 

Ich merkte es kaum, aber in meinem Alltag hatte ich für mich dieses Strukturproblem so gut gelöst, das manche gar nicht glauben konnten das dies eine besonders schwierige Sache für mich sei, sondern es erschien bald wie eine Stärke von mir zu sein, sofort analytisch in meinem Umfeld erfassen zu können, wo hier die Strukturen lagen, und wo Schwächen waren. Ich wurde immer besser darin und konnte dies bei Kritik an meiner Person alsbald als Gegen-Argument  einsetzen, das zunächst entwaffnend wirkte.

Viel zu oft hatte ich das Nachsehen gehabt ,weil ich nicht schlagfertig bin.

Auch wenn ich durch meine Art der Analyse oftmals auf "des Pudels Kern" traf und damit Recht hatte, so waren meine "Ergebnisse" nur für mich hilfreich, aber nicht immer für jeden anderen erfreulich.

Ich begann mich für die Gesundheitspolitik zu interessieren und hatte auch "Kapazitäten" dazu, da ich mir meine Hilfe ja bereits geschaffen hatte, jedoch begann nun hier der Abschnitt wo ich durch mein Interessse wiedermal andere zu überholen begann, ohne das wirklich gewollt zu haben.

Da hatte ich also mit meinem Werkzeug, das ich auch noch näher beschreiben werde, meine persönliche Kompensation für meine Schwächen geschaffen, da war ich über die drei Jahre meiner Ausbildung darin so gut geworden, das mir gegen Ende niemand mehr geglaubt hätte, das man mich mal als verträumt bezeichnet hätte, da entwickelte sich die damit gewonnene Sicherheit in einer gewissen Eigendynamik zu einem Verhalten mit dem ich dann leider wieder auffällig geworden war. Da hatte ich zunächst meine Nachteile überwunden und fing nun an ungewollt zur Überholung und damit wieder zur Auffälligkeit zu werden - wie sehr habe ich das gehasst, aber diese Entwicklung war fast unmerklich.

Aber nun mal zum Produkt bzw zur Produktentwicklung. (Ab 1996-1999)

Da war also auf der einen Seite ein "Methodenproblem" und auf der anderen Seite ein "Materialproblem".

In der Zwischenzeit ermöglichte der Technische Fortschritt bereits Taschencomputer, jedoch hatten die so ihre Nachteile. Ich verfolgte mit Begeisterung zunächst diese Entwicklung in der Hoffnung eiines Tages für MEINE Zwecke ein erschwingliches Gerät zu haben. Dazu kam es auch, für mich ganz persönlich, aber mit dem Arbeitsumfeld und dessen dort notwendigen Eigentschaften passte diese Form der Notizmöglichkeit immer noch nicht zusammen.

Welche waren das ?

Vielleicht sei an dieser Stelle allgemein gesagt das für die Entwicklung von Problemlösungen immer eine ausführliche Analyse eine gute Grundlage darstellt.

Die Analyse des Problems bzw. des Zwecks:

Problem: Der Mensch kann sich nicht immer alles merken und verwendet daher gern Notizzettel (Materialproblem)

Problem der Notizzettel:

sie sind anfällig bei Nässe,Feuchtiggkeit, knicken, reissen etc und zb im Gesundheitsbereich nicht sehr hygienisch.

Ausserdem: Wertvolle Informationen auf "billigem Medium"

Problem der kl. Taschencomputer:

zu teuer, Anwendungsfehlerquote, Schulungskosten, nicht leicht erschwinglich, man muss erst die Hürde überwinden sie anwenden zu lernen....."Wenns runterfällt ist die Uhr kaputt".

"Bis das Ding gestartet ist, hab ichs drei mal auf so einen Haftnotiz-zettel geschrieben" (der aber nach einer Weile nicht mehr haftet und auch aus Papier besteht).

Als ich eines Tages jemanden sah der so einen Taschen-pc verwendete und oben drauf einen gelben Zettel kleben hatte, fand ich mich in meinem Wunsch hier etwas ideales an "Notizmedium" zu finden/zu schaffen, bestätigt.

Mein Vater hatte mir den Rat gegeben, alles zu dieser "Idee", am besten in einer Schublade, zu sammeln und auf den richtigen Moment zu warten und dann alles umzusetzen. (Das hatte ich in den Jahren 1993-1997 hauptsächlich getan und auch darüber hinaus)

Ich sammelte wärend meiner Ausbildung:

Anforderungen an das Material

Argumente

Tabellen

nützliche Informationen, die in keinem Buch standen, aber in vielen Besprechungsräumen an der Wand hingen oder an den Schränken, weil man sie nicht "im Kopf" haben konnte.

Andere Inhalte, die ich mir wünschte, die nützlich waren

Vergleichbare Produkte

vergleichbare Anwendungsgebiete

Methoden zur Produktion

zum Produktdesign

zur Finanzierung

Als ich die Schublade auspackte und das gesammelte "in Verbindung brachte" und "konzentrierte" war eine Art kleines Taschen-notizbuch mit Nachschlagewerk für Krankenpflegeberufe entstanden.

Dazu gesammelte Ideen zur "Umsetzung"/Produktion und Finanzierung.

Der Einband aus speziellem Material zum Umknicken. Alles quasi dem schnellen Nachschlagewunsch, aber auch der Notizmlöglichkeit geschuldet.

z.B. auch abwaschbar.

Mit einer Tabelle, so das man seine Notizen in der Struktur niederschreiben kann, das man sie hinterher schneller und übersichtlicher finden konnte, auch schnell änderbar, weil es eben eine abwaschbare Folie war. Ganz für den eigenen BEdarf.

Ich hatte eine Art neuartiges "Buch " entworfen.

Nun war es schwierig dies in "Eigenregie" zu produzieren, ich hatte ja keine Erfahrung und keine Ahnung, hatte aber schon die ganze Zeit wärend des "sammelns" auch Firmen gesammelt, die z.B. durch Werbung, oder Anzeigen mich in dem Vorhaben unterstützen könnten. Damals gab es auch noch kein "Book on Demand Verfahren, als ich mit dem Konkret-werden der Idee anfing)

Was ich damals aber nicht wusste, war das zb Pharma-firmen keine Werbung in "nicht ärztlichen Medien" machen durften. Zumindest eben nicht solche Werbung wie ich sie dort gern gehabt hätte, nämlich "informierende".

Da hatte ich in einer Praxis zb eine anatomische Abbildung gesehen, die von einer Pharma-firma geliefert worden war. Wie sonst hätte ich evtl so eine Grafik in ein Buch bekommen, wenn ich keinen Grafiker gehabt hätte und dachte hiermiit 2 Fliegen mit einer Klappe erschlagen zu können.

MEINE Vorstellung dieses Werkes war damals auch leider dem Trend vorraus (Bunt, mit Register, mit Symbolen, Gummierter Einband, Kitteltaschen-größe), so das Verlage ablehnten, wegen zu hoher Kosten.

Ich wollte dieses Werk mit einem Kalender, mit Register, mit Zeichnungen und zwar FARBIG, was 1996-1998 noch neu bzw in den Anfängen war. Zumindest als später sog. "Kitteltaschenbuch" gab es das damals noch nicht.

So allmählich beschäftigten sich ein bis zwei Verlage damit, denn anscheinend schien sich mein Gespür für diesen Trend zu bestätigen und es war doch eine Nachfrage da. Jedoch hatten die ihre festen Autoren und bei der Vorstellung meiner Idee hiess es, das sei zu teuer, niemand würde soetwas kaufen. Andererseits kamen bereits Monate später zaghafte Anfänge solcher "Nachschlage-bücher" für die Kitteltasche heraus, die ebenfalls einen stolzen Preis hatten, der aber auch bezahlt wurde.

Nur diese versprachen nicht DAS was ich gern gehabt hätte.

So bileb ich weiter auf der Suche nach meinem idealen Medium.

Selbst der Abwaschbare Einband bei denen löste sich zu schnell von dem noch zu ge-wichtigen Inhalt.

Symbole waren unverständlich und ein Register nicht griffig. Ich fühlte mich fast um meine Idee betrogen.

Ich beobachtete scharf die Entwicklungen auf diesem Gebiet und es schien bald wie ein Wettlauf zu werden.

Da hatte ich nach einer Vorsprache mein Werk einem Verlag vorgestellt, der sagte ich möge doch bitte ein Probekaptiel schicken, welches ich dann mit der Ablehnungsbegründung zurück bekam, dies sei "zu wenig" für ein ganzes Werk.

Offensichtlich ein Kommunikationsfehler, wo doch nur ein Probekapitel gefordert war, wie kann man sich da beschweren, das kein ganzes Werk eingereicht worden war.

Ein erneutes Telefonat brachte zum Vorschein, ich möge eine Übersicht der Kapitel schicken und eine Art "Kurzvorstellung" wie das ganze Werk sein sollte.

Ich hörte ein Jahr lang nichts mehr von denen hatte inzwischen meine Ausbildung abgeschlossen, die Stelle gewechselt, da fand ich "mein Werk" bei diesem Verlag veröffentlicht, Jedoch durch einen derer Autoren...

Aber auch dieses Werk, war "unausgereift". Wieder ein zu dickes Buch, das in die Kitteltasche passen sollte, wieder der Einband zwar abwaschbar, jedoch zu bald vom Inhalt gelöst, weil dieser zu schwer und zu dick...

wieder die Kapitel zu groß, die Symbole nicht leicht intuitiv erkennbar. 

Im Prinzip wirkte es so, als hätte jemand die Idee gut gefunden, aber nicht im Ganzen deren gesamten Sinn und Zweck verstehen können, weshalb diese Ausführung so ausfiel wie sie ausfiel.

Ich vertiefte mich in die Materie und überlegte was auch ICH an meinem Werk noch verbessern könnte. 

Mittlerweile war auch das Produkt herausgekommen, das ich auch darin sehen wollte, ein sog. "Pflegekalender". doch auch dieser erfüllte nicht meine Ansprüche. Ein Kalender zwar, jedoch wie jeder andere, lediglich alle paar Seiten ein Eintrag zu Pflegethemen. Unwillkürlich, nicht wählbar, der Kalender gänzlich für Planungen z.B. bezüglich Schichtdienst, Besetzung, oder Urlaub ungeeignet und eben nicht wie meiner, der in dem anderen Werk integriert war.

Man hätte also um beides haben zu wollen zwei Dicke kleine Schwere Bücher in jeder Kitteltasche tragen müssen...

Miitten im Umzug ereignete es sich das ich noch (ein letztes) Mal auf die in unserer Stadt ansässigen Konsum -güter-messe ging, bei der auch die Erfindermesse war.

Dort erblickte ich das, was kurz zuvor in den Medien zb in den TV Nachrichten bereits berichtet wurde - eine Weltneuheit: die kleinen LED's die ich noch nie selbst gesehen hatte, gab es dort in einem Kugelschreiber integriert zu sehen.

Ich konnte mich schon immer für alles begeistern, das mehr Funktionalität aufwies als für nur einen Zweck und so hatte auch dieses Produkt mich in seinen Bann genommen.

Ich musste unbedingt daran kommen.

Es benötigte einiges an "Überredungskünsten" und "Beschwatzerei" um dann doch ein "Musterexemplar" zu ergattern und mein Eigen zu nennen.

Diesen Stift hatte ich also im Jahr 1997 auf der Erfindermesse erhalten.

Ich habe eben mal nachgegooglet, man findet sie immer noch unter: Bandi light pen. (Men autistisches Gedächtnis erlaubt mir, das ich mir ungewöhliche Dinge/Eigen-namen sehr gut merken kann auch über Jahre und Jahrzehnte, so das iich nicht mal aufstehen musste, um den Stift noch mal zu betrachten und dessen Namen zu erfahren)

Ich hatte wohl schon immer ein Gespühr für brauchbare Dinge und deren Anwendung, selbst wenn diese nicht sofort für mich offensichtlich einsetzbar erschien.

Der zündende Gedanke kam aber wenige Wochen später.

Ich "spielte" eines Abends mit dem Kugelschreiber herum und hatte dabei bereits ein Muster meiner zwischenzeitlich durch Kopie-shop erstellten "Schwestern-handbücher" in der Hand.

Meine Kollegen hatten mich damals danach gefragt, weil sie es bei mir gesehen hatten und sehr nützlich fanden. So hatte ich damals 2-3 Musterstücke an Kollegen verkauft. Die Vorläufer des späteren Werkes.

Wie ich da also mit dem Stift "rumspiele" und hantiere wurde es darüber dunkel und ich entdeckte das in der Kappe, die im übrigen transparent war, eine kleine Lupe enthalten ist, was wiederum so aussah, als könne man bei geschlossener Kappe den Stift nicht nur als Taschenlampe verwenden, sondern auch um zb einem Patienten damit in die Augen zu leuchten, wie es Ärzte gern bei Untersuchungen taten, oder auch um bei schlechter Beleuchtung das "Tropfsystem" einer Infusion genauer zu betrachten, wenn man "mal eben " wissen möchte, ob es noch tropft oder nicht. usw.

Also erschien mir dieser Stift bald ein begehrliches unentbehrliches Produkt und unbedingt mit anzubieten zu meinem "Notiz-nachschlagebuch"

Ich hatte mich auch wegen meiner Erfahrung mit dem Verlag bereits eine Weile lang damit beschäftigt, wie man denn nun aus diesem meinem bisherigen "Werk" etwas machen könne, das sich so sehr von allen anderen unterscheide, und etwas spezielles mitbringe, das ich diese "halben Werke" die bereits auf dem Markt existierten doch noch überflügeln könnte . Etwas das es zu einem notwendigerweise begehrenswerten bzw unentberhlichen ARtikel machen würde. Etwas miit einer bestechenden atraktivität, die "magisch anziehend" wirken müsste.

Wie ich da so "sinnierte" und mit dem Stift spielte, kam mir auch die Assoziation ganz schnell.

Wie wäre es, wenn dieser Stift eigentlich auf einer Nachleuchtenden Fläche schreiben würde, die sich quasi dadurch jedes mal beim Beschreiben neu aufladen würde?

Damit wären die Notizen auch im Dunkeln lesbar - z.B. im Nachtdienst? Ja! oder auch bei schlechten Lichtverhältnissen bei ganz anderen Berufen!

Diese Zeichnung erstellte ich wenig später. Das Buch so wie es aussehen würde, schon mit diesem neuartiken Stift integriert, der zunächst noch ein Kugelschreiber mit LED-Beleuchtung war. Die Erste Seite quasi transparent, dahinter die erste Folie mit den neuen Funktionen und Eigenschaften auf der man wichtigs schnell notierte, was dann wegen dem transparenten Cover beim Einstecken in die Tasche nicht vewischt, dahinter normales Papier oder abwaschbare Folien, teilweise auch Aufklebersysteme und das gewünschte Griffregister. Abbildungen sollten alle farbig sein, auch das Register - eine für Verlage damals zu teure Angelegenheit.

Wie wäre es, wenn man zb nicht unbedingt das ganze Werk, als zb mal NUR die Notizfolie mitschleppen wollte, also man das Werk von der wichtigen "Einbandsfolie" trennen könnte (diese Lösung hatte ich bereits erarbeitet) und diese aber unabhängig davon an gewissen Stellen "aufhängbar" wäre?

So, das man zb mit kontaminierten Händen, das Ding nicht anfassen muss, weil es noch irgendwo hängt, oder umgekehrt, wenn man sterile Handschuhe an hätte, oder noch beser, man hängt es sich mit zb einer Arbeitsanleitung oder Notizen vor die Nase (zb Werkzeugwagen, oder Pflegewagen) zieht sich DANN die Arbeits- oder sterilen Handschuhe an und muss, weil es vor einem hängt, es nicht mit sauberen oder dreckigen Händen aus einer Tasche ziehen usw....

allerhand praktiische Umstände kamen mir in den Sinn und allerhand Anwendungsweisen.

Auch für andere berufliche Branchen und Zwecke, als da wo ich es persönlich anwenden wollte. 

Ich war von Anfang an immer dabei vom kleinen ins Große zu denken, also immer parrallel zu überlegen, wie kann meine Lösung evtl auch vielen dienlich sein? oder auch, wie wäre sie gewerblich anwendbar, also Fragen und Überlegungen zu Produktion und Verkauf ( von dem ich auch etwas haben wollte, aber ansonsten hatte ich weiter kaum eine Ahnung davon).

Einige Momente später war mir klar, das hier mehrere Eigentschaften kombiniert werden müssten. Und zwar in einer Weise, in der sie bisher anscheinend weniger bekannt, oder eben noch nicht verbunden waren.

Ich hatte in meinen Gedanken die nachleuchtende, selbsthaftende "Notizfolie" als "Alleinstellungsmerkmal des Notiz-systems" entworfen und wusste, das deren Produktion möglich sein musste, ohne zunächst genau zu wissen wie.

Letzteres war aber auch erst mal nicht ganz so wichtig. Man muss ja nicht alles selbst können, selbst tun, selbst wissen. Es muss aber irgendwie machbar sein. Mir war klar es war machbar, also "spann" ich den Gedanken weiter und überlegte das mit diesem Unterschied das Entscheidende Merkmal gewonnen sei, das mich wirklich von allen anderen "abhob".

Mir war klar, das dies ein ganz entscheidender Fortschritt gegenüber den bisherigen "Produktgedanken" war.

Dieses "Material" im Buchdeckel, oder ALS Buchdeckel zusammen mit dem restlichen Entwurf würde ein einmaliges Produkt mit den entsprechenden atraktiven , bestechenden Eigentschaften sein.

Es könnte endlich den "Hebel" darstellen, der mir sowohl den Vorsprung, als auch die Situation/Position verleihen würde, um nun doch wieder bereits aufgegebene Verhandlungen antreten zu können, die bisher erfolglos geworden waren, da ich als unerfahrener Partner hier nichts atraktives, als eine kleine Idee, noch dazu eine kostspielige unsichere, und Risiko, wenn auch eine Neuheit zu bieten hatte.

Ich war ja auch kein bekannter Autor, oder sonst etwas studiertes wie z.B. ein Mediziner.

Damals hatte ich z.B. ein Werk in der Hand das von Medizinern entworfen worden war, sogenannter "Memorix" und dem Gedanken für ein "Nachschlageprodukt" für Schwestern schon sehr nahe kam (nur fehlte die Notiz- und die Kalender-möglichkeit).

Ich rannnte immer wieder in meiner Entwicklung gegen Mauern, entweder war ich nicht "Mediziner genug" nicht Verlagskauffrau genug, nicht "Autor" genug, nicht erfahren genug, nicht ausgebildet genug, nicht "Werbefachmann" genug. Nicht solvent genug, um mit irgendwelchen Produktionsschritten in Vorleistung gehen zu können, ODER um keine Partner zur Realisation zu benötigen. Nicht bekannt genug, als das ein Verlag, oder eine Firma sich darauf eingelassen hätte. Ich hatte nicht ausreichend "bestechliches" um meine Idee realisieren zu können, doch NUN schien das anders werden zu können.

Ich suchte nach der Materialgrundlage.

Solange bis mir jemand erklärte, ich müsse diese, wenn ich sie nicht finde, zum Patent anmelden, denn dann handele es sich um etwas so neues, das es das noch nicht gäbe und ich solle mich bei meiner Suche schon gleich zu Beginn darauf einstellen, das dies möglich sei.

Ich ahnte es zwar, konnte es aber nicht glauben, da die Möglichkeit so einfach schien.

Man musste doch nur Material x und y zusammen bringen und evtl auch z.

Ich konnte mir nur schwer vorstellen, das noch niemand auf die Idee gekommen war, aber es stellte sich dann später doch so heraus und so befasste ich mich recht bald damit, was denn nötig sei zu einer Patentanmeldung.

Von diesem Tag an vergingen noch einmal drei Jahre bis zur eigentlichen Anmeldung.

Inzwischen wohnte ich in einer anderen Stadt und nutzte meinen zweiten Urlaub des neuen Jobs und war inzwischen Mitglied des deutschen Erfinderverbands geworden, den ich bereits einige Jahre zuvor bei der Erfindermesse gesehen hatte, wo ich auch den Stift bekommen hatte, um mich der eigentlichen "Erfindung" und Patentanmeldung zu widmen.

Ich sass täglich im Patentamt, wärend andere im Sommer Urlaub machten.

Ich sammelte mal wieder:

Erfindungen und Gebrauchsmuster die meinem ähnlich schienen, Erfindungen und Gebrauchsmuster, die mir halfen mein eigenes zu formulieren, Entwicklungen die mir halfen zu verstehen, wie überhaupt so eine Schrift zu verfassen sei.

Ich sammelte auch Kontakte.

Dort sassen noch mehr Menschen die täglich recherchierten und eines Tages sass mir direkt jemand gegenüber. 

Wir kamen ins Gespräch.

So fand ich meinen ersten Patentanwalt ;-)

Eine von den Situationen, wo ich also mal "Glück" hatte. Wie gesagt, von da an waren es noch 2 Jahre bis zur eigentlichen Anmeldung und ebenso lang bis zum ersten Musterprodukt. Einige Beratungen hatte ich beim deutschen Erfinderverband, der jedoch bei den Erkundigungen zu Entwicklung und Anmeldung weniger hilfreich war , als bei Tipps gegen Ideenklau, welche natürlich auch immer nützlich sind. 

Fortsetzung folgt


1 Kommentar 4.8.12 19:40, kommentieren

Von der Idee zur Erfindung 1 - Musterbau

 Vom Musterprodukt zum "Geschäft"

Da ich aber beim Erfinderverein bereits Mitglied war, wurde ich deshalb eines Tages gefragt, ob ich nicht bei der IENA (Ideen, Erfindungen, Neuheiten Ausstellungen- Messe) auch meine Erfindung ausstellen könnte, ob ich schon so weit sei, die Ausstellungsmöglichkeit würde diesmal gefördert. Zunächst verstand ich gar nicht warum da jemand wusste, das ich an einer Erfindung war, denn ausser meiner Mitgliedschaft hatte es damals noch kein aktives Vereinsleben gegeben, doch dann nach einer Weile wärend des Telefonats stellte sich heraus, das noch Aussteller fehlten und man daher auf mich hoffte.

Zugleich bot sich mir damit eine einmalige Möglichkeit und ich betrat "Neuland". Ich sagte zu und hörte mir an, was ich in der Kürze der Zeit zu tun hätte (August bis Oktober/November). Doch zur Ausstellung müsste dann auch ein Muster, etwas das man zeigen könne wurde mir gesagt.

Da man mir deutlich gemacht hatte, wozu diese Ausstellung gut und wichtig sein könnte, war mir klar, das ich also nicht "abwarten" könnte, bis ich zufällig eines Tages einen Weg sehe, wie dieses Muster zu erstellen sei, sondern, das ich mich quasi "beeilen" müsste, um zur geplanten Ausstellung auch eines zu haben. Und zufällig hatte ich einige Zeit zuvor eine Möglichkeit gesehen, wie es zu produzieren sei und ein Stück des Materials per Zufall in einem Bastelgeschäft ergattert, jedoch beide noch gar nicht ausgepackt gehabt, da ich es ja bisher nicht so wirklich eilig hatte.

Doch ab diesem Zeitpunkt fieberte ich der Möglichkeit entgegen, wie ich denn als "Privatmensch" ein solches Produkt, einerseits professionell andererseits "versuchsweise/experimentell" erstellen/produzieren könnte.

Jetzt wo es einen "Vorzeigetermin" gab, war es noch wichtiger geworden und ich hatte glücklicherweise diese "Musterfolien" die ich zufällig eines Tages in einem Bastelladen fand. Mit denen experimentierte ich so lange herum, bis ich das hatte, was ich ungefähr wollte und brauchte.

Meine flexible, beschreibbare, leuchtende, haftende Folie für mein Produkt.

Ein einziges Stück für die Erfindermesse!

Damit war natürlich noch lange nicht geklärt, wie denn davon massenweise hergestellt werden könnte, doch in der Theorie war das für mich ganz logisch und ganz deutlich. Mir war klar, das musste möglich sein, auch wenn ich selbst nicht wusste wie.

Schwierig jedoch als Privatperson daran zu kommen, wenn man die Begrifflichkeiten von Material und Produktion, Handel und Auftrag sowie die Gepflogenheiten nicht kannte. Bei stümperhaften Erkundigungen meinerseits fiel ich als Laie auf und so wollte anscheinend niemand einem den Gefallen tun, oder mit einem "zusammen" arbeiten.Da wurde ich gefragt, ob ich ein Händler sei, ob ich Widerverkäufer sei, Auftraggeber - für welche Firma, ob ich eine Gewerbeanmeldung besässe, ob ich mal einen Bogen meines Geschäftsbriefpapieres senden könnte und oft waren die Leute sehr freundlich am Telefon und bestätigten mir zb Musterzusendung (nach dem Faxen) doch dann tat sich nichts. Es dauerte eine Weile bis ich merkte, das man prüfte, obiich im Handelsregister eingetragen sei. Dies ist eigentlich nicht notwendig und ausserdem für den "Existenzgründer", der ich ja noch nicht sein wollte, sehr teuer. Da man das eben, um Handel treiben zu können nicht unbedingt braucht, zumindest in der Theorie, hatte ich das auch nicht und folglich blieben 80% meiner Bemühungen ohne Folgen, wenn auch alle am Telefon freundlich ja sagten, bis auf einige ganz wenige. Ich hatte hier den Eindruck mir fehlte die kaufmännische Ausbildung. Es sollte noch viel spannender werden mit meinen ERkundungen, die ich später auch auf Video aufnahm.

ICh lernte sehr schnell zu "pokern" und "telefonierte" mich durch. Durch allerhand Firmen und Unternehmen, um heraus zu finden, wie denn eine Produktion möglich sei, WER dazu geeignet sei, WIE das zu beauftragen sei, welche Mengen, welche Kosten da nötig seien etc. und so ganz nebenbei erfuhr ich von Produktionstechniken etc. Aber immer alles nur "Ansatzweise". Nach einer Weile hatte ich den "Geschäftlichen Jargon" besser drauf und das war auch nebenbei eine gute Vorbereitung für die Messe.

Mein Muster nahm Gestalt an, jedoch musste ich auf dem ersten Exemplar die Linien der Tabelle für die "Spezialseite" noch malen und auch war bei dem ersten Modell die Unterschicht der Folie sehr dick und ein wenig schwerer, als bei den späteren Modellen.


Mit dem einen Muster fuhr ich dann mittlerweile zu meiner ersten Erfindermesse nach Nürnberg, um dort auszustellen.

Dadurch lernte ich nach einigen Tagen das nicht alle Wasserfesten Stifte  für diese Linien geeignet waren. Die Tinte griff das Material an und "verlief" ein wenig (frass sich rein und verbreitete sich). Das machte "Ästhetische Probleme" aber später beim Drucken würde es sicher schöner aussehen, funktionieren tat es in jedem Falle und so nahm ich es dann auch mit.

 

Fortsetzung folgt

4.8.12 20:43, kommentieren

Die erste Erfindermesse - die erste Medaille

Erste Erfindermesse - erste Medaille




Einer der Zettel, wie ich ihn aufgehoben hatte, von meiner alten Arbeitsstelle diente mir zur Demonstration. Zur Demonstration dafür, wie unübersichtlich unter Zeitdruck wichtige Notizen werden könnten, um im Gegensatz dazu meine Weiterentwicklung des modernen Notizmediums auftrumpfen zu lassen. So jedenfalls stellte ich mir das im Geiste vor.

Damals noch in einer recht ungelenken, stümperhaften Anfänger-Präsentation. Powerpoint war noch was "Neues" und davon etwas ausdrucken zu können, schon etwas besonderes. Ich machte Ausdrucke und colorierte sie sogar (mit Wasserfarben!), verstärkte sie mit Kaltlaminatfolie und klebte sie an die Rückwand meines schmalen "Ausstellungstisches". Später fand ich sie allerdings wenig geeignet. (Auf dem Foto im Hintergrund zu sehen)




Noch wärend der Messe "bastelte" ich an einer praktischen Demonstrationsmöglichkeit die wie folgt aussah:

Ein "Haftuntergrund" (die Messerückwand war ausnahmsweise total ungeeignet) der an der Rückwand aufgehängt wurde und aus dem Deckel einer Kecksdose bestand. Dann, um zu zeigen, wie die Schreibfläche im Dunkeln leuchtet, eine Art "Tüte" als Nutzung wie eine Art "Mini-dunkelkammer". Natürlich der abwaschbare Stift und ein Zeigestab (um auf meine Präsentationen im Hintergrund deuten zu können – heutzutage würde man an der Wand eine Monitor mit einem selbsterklärenden Film laufen haben), sowie einige in "Sprechblasen" an der Rückwand angebrachte Schlagworte/Argumente, die man mit dem Auge schnell erfassen können sollte. Mir klar war, dass dem Produkt seine Funktion überhaupt nicht anzusehen war und allein der Anblick erklärungsbedürftig sei.

Andererseits bot genau das die Möglichkeit für verblüffende Überraschungsmomente, wie sich dann dort herausstellte und ich begann diese zu lieben und zu nutzen.

Die Überraschungsmomente beim Publikum waren vielfältig, aber zu einer MEINER Überraschungen gehörte, sehr schnell merken zu müssen, das ich auf die Menschen so wirkte, das sie mich unterschätzten.

So kam immer wieder ganz schnell die Überraschung bei den Messebesuchern darüber zum Vorschein das ICH die Erfinderin dieses Materials sei. Wie gesagt, teilweise gefiel mir auch dieser Moment und so kostete ich über die Dauer der Messe die verschiedensten Rollen aus und musste feststellen, das man mir am ehesten Abnahm eine Messe-hostess zu sein, die nur für die Messepräsentation zuständig sei. Mal war ich quasi am „Vertrieb“ interessiert, mal an der Präsentation, man nahm mir allerhand ab, aber am wenigsten „ein Erfinder“ bzw. eine Erfinderin zu sein.

Leider hatte das mit der „Messehostessen-rolle“ so seine Vor- und Nachteile. Einerseits erweckte das den Eindruck von Professionalität, deren es im Gesamteindruck bei Erfindermessen, zumindest aus dem Blickwinkel langjähriger gestandener Wirtschaftsleute und Unternehmer, oftmals mangelt. Ein „Erfinder“ , quasi Chef in eigener Sache, der sein Produkt noch selbst erklären muss und dafür keine Angestellten hat (woher auch?) wirkt irgendwie „unausgereift“.

Obwohl dieses Urteil leider dem Gesamtumstand nicht wirklich Rechnung trägt, ist man „trugsinnigerweise“ als „Anfänger“ und Erfinder stehts eifrig bemüht, sich den Vorstellungen anzupassen, man will ja „gehört und gesehen“ ,vor allem aber, ernst genommen werden. Anscheinend eben werden Erfinder, die so wirken als können sie sich keine Mitarbeiter leisten (warum wohl stehen sie sonst selbst da?) auch nur schwer, wenn gar nicht ernst genommen. Dabei muss hier an dieser Stelle mal gesagt werden, das der Erfinder zu Beginn seiner Unternehmung zunächst erst mal „Generalist“ ist und das liegt schlicht und ergreifend in der Natur der Sache und nicht in einem gewissen „Unvermögen“. Letzteres liegt eher in der mangelnden Vorstellungskraft solcher gestandener Unternehmer, die sich um soetwas in ihrem Leben haben nie kümmern müssen.

Das man zuerst „Generalist“ ist, liegt schon allein daran, das die Idee mit der man sich beschäftigt NEU ist, wer also sonst weiss darüber soviel wie ihr Enwickler.

Selbst wenn man das Wissen an andere überträgt und denen die Aufgabe der Präsentation überliesse, so hängen doch gerade im Anfangsstadium so viele unmerkliche Details mit Dingen zusammen die nun mal im Kopf des Erfinders stecken (der laufend weitere neue Erfahrungen sammelt) das es nicht – wie oft kritisiert wird – an dessen Person liegt nichts delegieren zu können (was sicherlich ab einem bestimmten Punkt der Auslastung der Unternehmung auch sehr wichtig ist ) sondern daran, das manche – zu bedenkende Raffinessen, erst in der Praxis hervortrreten. Würde man daher die ersten Praxis-erfahrungen wie etwa die der Präsentation gleich einem anderen überlassen, so gingen hier wertvolle Dinge verloren. Oftmals ist es eine Art „intuitives Wissen“, welches sich erst nach mehren gemachten Erfahrungen in Worte fassen lässt, so das es dies einfach abzuwarten gilt und man daher diesen Umstand nicht schlicht und ergreifend als unprofessionell, oder mangelhaft bezeichnen sollte.

Es liegt viel mehr in der Natur der Sache, das eine Erfindung, zwar eine fertige Entwicklung ist , aber es bedarf einer weiteren Entwicklung, diese zu zeigen, zu präsentieren und anderen eine Vision davon vor Augen führen zu können. Teile dieser Vision „schweben“ während des gesammten Prozesses oftmals lange Zeit im Kopf des Erfinders herum und ohne den Bezug zu der Tätigkeit, könnte sie niemand besser näher bringn, als der Erfinder selbst. Wenn es hier auch gelegentlich an Begabung fehlt, Details kurz und präzise beschreiben zu können (was ja erlernbar ist zum Glück) jedoch letztlich steckt diese Kompetenz in den Knochen des Entwicklers und in diesem Stadium müssen noch weitere Erfahrungen hinzu, bevor hier zb eine Delegierung von solchen Tätgkeiten erfolgen könnte. Aber das war nur ein kleiner „Exkurs“ zu dem was ich selbst zu spüren bekommen habe, wie die Gesellschaft oftmals dem Erfinder gegenüber steht. Auch diese Erfahrung macht am besten der Erfinder selber und nicht sein Assistent.

Wenn ich bei meiner Präsentation in der Rolle des „nur-Vorführers“ bemerkte, das Interessenten darunter waren, die mir die Rolle der Messe-hostess, so sehr abnahmen, das sie nicht wagten, weitere Fragen zu stellen (indem sie sich zb selbst gegenseitig dazu spekulierend befragten, wenn sie zu Zweit waren) dann schlüpfte ich natürlich aus der Rolle herau, da ich sie ja niicht verlieren wollte und sprach mit ihnen. Natürlich war dann wieder die Überraschung groß, wenn ich ihnen ihre Fragen beantworten konnte, bezüglich „Schnittstellen-fachgebieten“ wie etwa Materialkunde und Eigenschaften, Verarbeitungsmöglichkeiten Einsatzmöglichkeiten etc. Ich merkte, das dieses angesammelte Erfahrungs-wissen sich im laufe des Gesprächs überzeugend auf meine Partner auswirkte, auch wenn diese eben zunächst überrascht waren. Zusätzlich dazu das ich diese Erfindung getätigt hatte, war ich wohl im Laufe der Zeit auf „meinem Gebiet“ zu einem Spezialisten geworden


Neben der Krankenpflegekleidung probierte ich verschiedenste "Busines-erscheinungen" aus, auch um verschiedene Wirkungen und Reaktionen zu testen.


Überhaupt beschlich mich auch während der ganzen Zeit der Messe das Gefühl manchmal wie ein spezielles Tier im Zoo ausgestellt zu sein, oder das diese Erfindermesse als Bonus zur Verbrauchermesse diente, sozusagen als „Lockmittel“ weil dort „ungewöhnliche Menschen“ anzutreffen seien, nämlich die Erfinder.

Da kamen ganze Schulklassen, die erfreulich interessiert waren, aber auch Familien in denen die Kinder gemeinsam mit ihren Eltern darüber staunten, wie denn ein normalaussehender Mensch nun also mittels des dort vorgestellten innovativen Produkts seiner Entwicklung zu einer skurilen Natur des Erfinders mutiert sei.

Gelegentlich kam es, zu meiner Unterhaltung, auch zu gemeinsamen philosofierens darüber,was denn dieser Prozess aus einem mache, warum man sich nicht mit dem Umstand abgebe, das ein auf dem Markt vorhandenes Produkt das bereits derart „unausgereift“ für den neuen Zweck, doch seit Jahren am Markt existiere und vielfältig in Verwendung sei (ohne das sich jemand darüber offensichtlich beklage) nun plötzlich zum Gegenstand, oder Anlass einer „Neuerung“ wird.

Da es sich um eine internationale Erfindermesse handelte, musste ich in der neuen Situation bereits improvisieren und überlegen, wie denn eine für alle verständliche Demonstration aussehen könnte. Aber da waren weniger diejenigen das Problem, die man für das Produkt interessieren wollte, die die Sprache nicht beherrschten, als etwa Menschen die den Eindruck machten, sich in der Halle geirrt zu haben.

Das waren diejenigen die schimpfend und murmelnd durch die Reihen gingen, ganz offensichtliches Desinteresse zeigend, weil sie anscheinend allen Fortschritt hassten. Da waren wir als „Urheber“ allen Fortschritt das Gestalt angenommene „Übel“ und man dürfe dem nicht noch mehr Raum geben, indem man sich ganz vielleicht auch noch für ihre „Machenschaften“ interessiere. Also eilten sie, ihre schlechte Laune verteilend, an den Ständen vorüber und murmelten, oder schimpften vor sich hin und vertrieben damit zuweilen ganz in das viele Staunen vertiefte Besucher, die dadurch schlicht von ihrer gerade gewonnenen Begeisterung ernüchtert wurden.

Ernüchtert wurden damit auch die Erfinder, wie ich merkte und auch ich machte mir zum ersten Mal Gedanken in einer ganz anderen Richtung. Nämlich das Erfindungen immer zwei Seiten haben, den Segen für den einen und möglicherweise eine Last für einen anderen.

Dennoch war diese ganze Erfindermesse ein Ort der Hoffnung, vor allem für die Aussteller und Erfinder, die ihre jeweilige Neuerung, Verbesserung, oder Lösung eines Problems gerne vielen anderen zugänglich machen wollten. Die Hoffnung kommt hier zuerst – bevor man sie zuletzt aufgibt. Hier hofft man noch anderen helfen zu können, andere erfreuen zu können, einen Dienst zu erweisen und ganz schlicht – davon auch selbst etwas zu haben.

Wenn es doch nur alles so „einfach“ wär.

Wenigstens konnte ich einigermassen zeichnen und so hatte ich lediglich diese "zeichnerisch" erstellten Grafiken verwenden können, um anhand solcher Bilder zeigen zu können ,wie das "Produkt" gedacht war. Ich kopierte diese im Kopie-shop und "schnitt" mir so erstmalig einige "Kurzinformationen" zusammen, da ich damals (1999) noch nicht mal selbst mit einem guten PC ausgestattet war:





 

 

 Meine internationale/wortlose Demonstration sah dann ,nach einigen Tagen Übung aufgrund ständigen wiederholens wie folgt aus:



Mit bedeutungsvollen leicht übertriebenen Gesten nahm also demonstrativ die Folie - schrieb etwas darauf - hielt es hoch und zeigte es so herum, das auch vorrübergehende angelockt wurden, neugierig, was denn da jetzt noch passieren könnte, löschte es wieder (mit dem an der Kappe des Boardmarker-Stiftes befestigtem Filzelement) - zeigte es abermals herum – ging zu der Rückwand, (wo der Deckel der Kecksdose befestigt war) "hing" sie an die dafür vorgesehene Fläche, wo sie scheinbar wie "magisch" haften blieb – machte jedesmal eine kleine Pause mit bedeutungsvollen Gesten, , nahm sie anschliessend von da wieder herunter und steckt sie in die Tüte, oder eine Box, oder hielt sie unter den Tisch, so das man vor Ort sehen konnte, wie sie im Dunkeln leuchten würde. Die Tüte hielt ich dann immer irgendjemand der gerade vorrüberlief, oder der in meiner „Reichweite“ stand direkt auffordernd unter die Nase bzw. „vors Auge“. Das angenehm überraschte Gesicht machte dann wiederum viele andere neugierig und die Tüte machte eine Weile ihre Runde, bis offensichtlich war, das nun nur noch Personen übrig waren, die den Anfang der Demonstration nicht mitbekommen hatten und nun entweder auf eine Widerholung warteten, oder auf weitere Erläuterungen, was es denn nun damit auf sich habe.

Sehr schnell bildete sich jedes mal dabei eine kleine Traube, die die schmale Gasse zwischen den Erfinder-ständen versperrte. Das wiederum führte auch dazu das andere ausgerechnet deshalb schneller vorrübereilten, weil sie dieser Traube aus dem Weg gehen wollten und dieser Teil des potentiellen „Publikums“ mir dadurch nicht folgte.

Sehr schnell bemerkte ich das auf allen Messen, die Helligkeit das größte Problem war.

Die Demonstration hingegen war immer das wirksamste Mittel, gegenüber allen Erklärungen. So perfektionierte ich diese auch im Laufe der Jahre.

Doch nun wärend dieser ersten Messe machte ich auch noch viele andere Erfahrungen. So kamen allerhand Personen zu mir, die einen Nutzen in dieser Folie sahen, den ich selbst noch nicht erkannt hatte. Personen, die mir Tipps und Hinweise geben wollten, welche Schritte nun nach der Patentanmeldung zu tun sein könnten. Personen, die ihr Interesse bekundeten und mir ihre Visitenkarte da liessen. Personen die mir Angebote machten, von denen ich damals noch nicht viel verstand, sowie, solche die mir Mut machten. Mut deshalb, weil ich eigentlich zunächst nie vor gehabt hatte nur aufgrund von einer Erfindung auch an unternehmerische Aktivitäten zu denken. Mut auch deshalb, weil ich diese Erfindung als sie endlich fertig entwickelt war, gar nicht mehr zum Patent anmelden wollte. Dann hatte ich zumindest das beschlossen, aber auch beschlossen nichts weiter zu tun, da ich mich zwar auf das Problem spezialisiert hatte, das ich ja nun gelöst hatte, aber keinerlei Unternehmerische Ambitionen bzw Kompetenzen, nach meinen Vorstellungen zu besitzen schien. So dachte ich zunächst, das ich einfach das Patent gleich weiter verkaufen sollte und jemand anders solle sich darum kümmern. Auch solche Leute suchte ich auf der Messe, fand aber viel mehr und ganz andere Möglichkeiten, als ich mir zunächst selbst ausgemalt hatte . Auch jemand der mit damals sogar noch Geld zusteckte, damit ich wenigstens Info-zettel kopieren lassen konnte, da ich einfach keine Flyer und auch keine Finanzen dafür gehabt hatte.

Da kaum Zeit war grafisch wärend der Messe noch etwas zu erstellen (ohne PC), war dies hier dann eines der Ergebnisse (damals nannte ich das Produkt noch „Pflege spezial&ldquo:




 

Ich hatte nämlich 2 Jahre zuvor noch überlegt, ob ich das Patent wirklich anmelden sollte. 2 Jahre zuvor hatte ein Herr Dr. Kienlein auf selbiger Messe Vorträge darüber gehalten, wie es dem Erfinder gehen könnte, der sich nach einer Patentanmeldung mangels Mittel nicht gegen "Feinde"/Konkurrenz durchsetzen könnten und wie schnell man ungewollt in diese Situation gelangen könnte schilderte er in seinem Vortrag sehr anschaulich. So deutlich, das ich damals sehr unglücklich über meine gerade gefundene Idee geworden war. Ich beschloss damals meine Idee wieder „einzustampfen“ da ich mich bereits angesichts der Situation fast automatisch ungewollt in einem Haifischbecken gelandet zu sein, machtlos fühlte.

Er schilderte sehr anschaulich mit welchen „unlauteren Methoden“ Menschen anderen Menschen ihre Ideen und damit auch ihre Hoffnungen nehmen könnten und das aufgrund eigens gemachter Erfahrungen. Also nicht irgendwelche Theorien über theoretische Möglichkeiten und Eventualitäten die eintreten könnten. Im Prinzip wurde sehr schnell deutlich, eine Idee zu haben ist eine Sache, eine Lösung zu bauen, die nächste, doch damit steht man vor einem neuen Problem und wer nicht von Anfang an Reserven hat auch das noch zu überwinden, dem wird seine Idee auch nicht wirklich helfen Dinge zu überwinden wozu sie einen nach Idealvorstellungen potentiell befähigt hätte.

Angesichts dessen und meiner eigenen realistischen Einschätzung der Lage, gab ich also in Gedanken noch während des Vortrags die Hoffnung auf, bevor ich sie hätte weiter keimen lassen.

Andererseits wurde ich sogar wütend angesichts der scheinbaren Ausweglosigkeit einer solchen Situation. Da ist man kreativ, hat eine Idee, eine Lösung eines Problems und dann ist es von völlig anderen Faktoren, als diesen Könnens abhängig, ob man am Ende dafür belohnt, oder gar bestraft wird. Angesichts dieser neuen Erkenntnis war ich damals, so demoralisiert, so enttäuscht das ich also in Gedanken beschloss mich von der Idee und meiner Hoffnung zu verabschieden und war dann auch im selben Moment so traurig das sich meine insgeheimen Hoffnungen so zerschlagen würden gegenüber Umständen denen gegenüber ich also machtlos sein sollte. Ich fühlte mich auch so – ohmächtig. Während ich mir also die Konsequenzen aus dem vorgetragenen zu realisieren versuchte, was bedeutete mich von der Hoffnungsvollen Vision zu verabschieden, war ich so wütend und so traurig darüber, das ich meine Tränen nicht zurück halten konnte. Sie liefen mir übers Gesicht und am liebsten hätte ich mich lauthals über die „Schweinerei aller regelwidrigen Lebensumstände“ aufgeregt, doch statt dessen sah ich ein, das ich mich beherrschen musste. Einer von wenigen Augenblicken, wo es mir auch egal war, das man meine Tränen bemerken könnte. Wo doch gerade alle Zuhörer eine Vision davon bekommen haben wie unfair es zugehen kann, wenn man zu „naiv“ und „gutgläubig“ an eine scheinbar gute Sache herangeht. Man hatte fast den Eindruck, die Zuhörer hatten gemeinschaftlich ein Stilles Einverständnis über die Unfairness und die „Krux einer solchen Situation“. (Was dann dennoch dazu führte ist noch mal eine ganz eigene Geschichte und hier noch nicht erwähnt worden)

Da war er wieder: dieser Aspekt das jede Idee/Erfindung zwei Seiten hat. Was nützt die schönste Idee, auch offensichtlich nicht blödsinnig, wenn daran Bedingungen geknüpft sind? Und das war es offensichtlich. Wer seine Idee nicht verteidigen kann hat schon verloren bevor er begonnen hat. Da schien sie also bereits verloren - meine Vision von der Realisierung meiner Idee.

Eine Idee mit der ich auch viele Hoffnungen verband und das tun leider alle Erfinder!

Erfinder sind auch Menschen, die nicht einfach nur erfinden (zumindest trifft es auf die zu, die das öfter, aber nicht aus beruflichen Gründen tun). Nicht selten haben sie gemeinsam ,ebenso anders zu sein wie der Rest ihres Umfeldes, einfach schon weil sie sich mit einfachen Problemen nicht zufrieden geben, sondern sie lösen. Und natürlich dadurch auch weil sie es KÖNNEN. Nicht selten von "nichtgönnern" und Neidern umgeben, haben sie es nicht gerade einfach und nicht wenige hoffen auch insgeheim, auf eine Lösung zu DIESEM Problem, statt zu dem technischen, das sie gerade geschaffen/gelöst haben.

Nicht wenige hoffen das eine als Ausweg zu dem anderen anwenden zu können.

Ebenso auch ich.

Ich hoffte vor allem immer dann, wenn ich arbeitslos war, oder mich "Arbeitsplatztechnisch" bedroht fühlte.

Und wie aus der Vorgeschichte zur Vorgeschiche zu ersehen, gab es da - kurz gesagt - reichlich Anlass, zu fürchten UND zu hoffen ebenso.

Niemals hätte ich das Risiko einer unsicheren Existenzgründung wagen wollen, gegenüber einer Möglichkeit einer sicheren abhängigen Beschäftgigung (sofern denn eine da gewesen ist).

Doch ich liebäugelte schon die ganzen Jahre der Entwicklung über, mit zumindest der MÖGLICHKEIT, das mir diese Erfindung einen Ausgang aus dem leidigen Zwang dieses Teils der Gesellschaft ermöglichen könnte. Nicht das ich aussteigen wollte, oder kein Teil dieser Gesellschaft sein, im Gegenteil ich bemühte mich ständig um „Normalität“!

Die Definition dafür, ob man „drin“ ist oder nicht treffen aber anscheinend andere (oder scheint eine gewisse Mehrheit für sich gepachtet zu haben) und so war ich nie wirklich „drin“ und hatte das nicht gewählt. Wer das wählen kann und freiwillig tut, der erfüllt auch Bedingungen. Bedingungen, die Umstände waren, die mir eben nicht gegeben waren/sind. Wer reich genug ist, der braucht nicht das Urteil anderer. Um Teil dieser Gesellschaft zu sein/sein zu dürfen, da er weniger auf andere angewiesen ist, eben unabhängiger. Er kann es sich notfalls auch noch erkaufen.

Jeder irgendwie abhängige, kann sich das dann leider weniger aussuchen und ist auch noch auf ein „gutes Urteil“ seines Umfeldes angewiesen.

Schaffen Sie mal ein gutes „Urteil“ wenn sie allen negativen Klisches ungewollt entsprechen.

Andererseits hielt ich es unbewusst jahrelang also für unmöglich aus dieser „Erfindung“ etwas unternehmerisches schaffen zu können und tat diesen Gedanken in dieser Zeit immer wieder ab.

Schliesslich war dies auch keine meiner Kernkompetenzen und ganz schlicht formulierte ich für mich das mir solches eben nicht gegeben sei, da müssen schon andere kommen.

Ich widersprach diesem Gedanken also solange bis ich dann bei dieser ersten Erfindermesse eine bronze Meidaille gewann und „schwach wurde“.


Aus diesen Hoffnungen, dem gewonnenen Preis, gepaart mit sehr vielen Hinweisen und konkreten Vorschlägen, Anleitungen, Interessenten und Kontakten schöpfte ich doch so viel Kraft, dass ich mir wenige Zeit später, als mein Arbeitsplatz mal wieder bedroht war, kurz nach dem ich ihn eigentlich erst angetreten hatte, doch diese Vision machte. Warum denn auch nicht?

Wie aber schon mal gesagt – wer soll da kommen, wenn nicht man selbst mit seiner Idee. Man ist nicht der einzige der zum ersten mal etwas unerfahrenes wagen würde, wenn dies auch eigentlich eher nicht ratsam ist.

Aber fragen Sie mal nach dem idealen Zeitpunkt für eine gute Idee. Der Moment fragt auch nicht SIE; ober JETZT kommen soll, oder lieber dann – wenn sie all das, was Sie meinen dazu an Kompetenzen noch zu benötigen erlernt hätten. Im Gegenteil, eigentlich kommt all dies, was scheinbar ideal wäre an Vorraussetzungen äusserst selten passend zusammen zum richtigen Moment. Der Moment ist also soetwas wie eine Gelegenheit und kann nicht geplant werden. Er ist da oder ist nicht da. Ebenso drum herum die Umstände, sie sind da, oder nicht und tragen erschwerend mit dazu bei, ob man sich den Ruck entgegen aller scheinbaren Vernunft dann nun doch gibt oder nicht.

Mein Leidensdruck war einfach so groß gewesen, das diese Erfindung in Petto zu haben zu sehr verlockend einer Lösung gleich schien. Einer Lösung gegenüber dem Problem, das ich an meinen Arbeitsplätzen immer auf das Wohlwollen andere Leute angewiesen war, um meinen Platz möglichst lang zu behalten – denn das schien für mich eine Art höhere Kunst zu sein.

Natürlich wusste ich das eine Existenzgründung ein Mammut-unternehmen ist...

Andererseits war das in meiner Vorstellung auch nur deshalb so, weil ich keine Ahnung hatte - gar keine.

Was noch unerwähnt bisher blieb ist ja auch der Blickwinkel, aus dem man die momentane Lage zum gegebenen Zeitpunkt betrachtet.

Natürlich würde wohl kaum einer wagen eine sichere Beschäftigung gegen eine unsichere Existenz einzutauschen. Der Gedanke eine Existenzgründung zu wagen erscheint aber z.B. Aus einer schlechteren Lage gelegentlich als eine Verbesserung. Wenn sie z.B. gelingt als Alternative zur Arbeitslosigkeit.

Umstände wie Arbeitslosigkeit waren aber die Grundlage dafür ,später mit dem gewonnenen Preis noch einmal über die ganze Sache nachzudenken und nicht alles gleich über Bord zu werfen.

Glücklich war ich zunächst über die gewonnene Bronzemedaille und erste kleine Zeitungsartikel, sowie die vielen neuen Ideen, was man noch alles aus meiner Erfindung machen könnte und die Hinweise für eine evtl, doch mögliche Existenzgründung.



Bei der Preisverleihung zusammen mit dem Präsidenten des deutschen Erfinderverbands

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Fortsetzung folgt

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